Tante Pop

happiness is a warm gun

Die Abenteuer der Tante Pop 2011-2016. Powered by Blogger.
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Montag, 25. April 2016

Die L'age D'or-Videoschatzkiste

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Wann mag wohl der Zeitpunkt sein, an dem alle 80er und 90er Jahre Videoschätze auf Youtube zumindest für die 10er gesichert und dem großen Publikum zur Verfügung gestellt sein werden? Clips, die die Welt in den 90ern mangels Rotation auf den Musiksendern kaum gesehen hat, liegen auf dem digitalen Silbertablett. Auch im Jahr 2016 überraschen plötzliche Wiederveröffentlichungen. Wir reden von L'age D'or, dem überguten Hamburger Indielabel, das so gegen 2007 seine Restbestände verramscht und die Pforten geschlossen hat. Die Untoten haben jetzt einen Youtube-Channel, und der kann sich sehen und hören lassen.

Dabei sind einige ganz gut bekannte Videos, wie 'Universal Tellerwäscher'. Manche weniger bekannte tauchten in den vergangenen Jahre auch mal im Internet auf, aber einige feiern ihre Premiere im Internetzeitalter.

Besonders schön sind die alten Schätze von Die Regierung, bzw. Tilman Rossmy, dessen Bedeutung für die Musiklandschaft immer wieder betont werden muss. Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs haben in den 90ern ein paar schöne Noir-Aufnahmen vom Nachwende-Berlin verarbeitet, und die Fink-Videos erinnern mal wieder daran, dass Nils Koppruch fehlt.

Stella, Aeronauten, Von Spar, Schorsch Kamerun etc. - die Schatzkiste wurde mit allerlei hübschen Videos gefüllt, und wartet darauf rauf und runter gestreamt zu werden.

Die (momentane) Lieblingsentdeckung ist allerdings 'Penis' von Das neue Brot.



Mittwoch, 20. April 2016

Funkelnagelneu: "No Spook" von Charlotte Cornfield

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Musikvideos, in denen einfach nur 'performt' wird, sind ja meistens so medium. Hier wird die Rolle weiter gereicht und garniert mit nostalgischen Super-8-Filmchen. Das Video hat eine bezaubernde Schönheit, die wir natürlich verbreiten wollen. Auch soll auf das neue Album namens Future Snowbird von Charlotte Cornfield aufmerksam gemacht werden, das es überall in diesem Internet zu kaufen und zu streamen gibt.

Montag, 28. März 2016

Video des Tages: "Erdowie, Erdowo, Erdogan" von extra 3

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Die künstlerische Qualität sei mal hinten angestellt (obwohl, zumindest das Original ist bei Lichte betrachtet ein ganz nettes Lied, und Jan Delay hat es einst gekonnt verfeinert). 
Allerdings möchten wir der Bitte von Herrn Erdogan gerne Folge leisten, der öffentlich darum bettelt, dass das Video möglichst breit geteilt wird. Bitteschön.

Funkelnagelneu: "Keys" von Masha Qrella

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Das Lied durfte die Öffentlichkeit bereits letztes Jahr auf Berlin Songs Vol. 4 hören, und jetzt, kurz vor Albumveröffentlichung bekommt es noch ein Musikvideo spendiert. Gut, das Video nimmt nicht unbedingt Roland Emmerich-Ausmaße an, aber wenn das Budget nur für zwei BVG-Einzeltickets à 2,70€ reicht, gibt es eben nicht ganz so viele Spezialeffekt.
Egal, das Lied spricht für sich, und es muss auch mal etwas der allgemeinen Hibbeligkeit entgegen gesetzt werden. Außerdem ist es ein zusätzlicher Anreiz das gleichnamige Album alsbald zu erwerben, damit sich die Masha Qrella mehr Musikvideos leisten kann.

Freitag, 26. Februar 2016

Video des Tages: "Kleiner Wertekanon" von Illute

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Ab und an finden wir Trost in Liedern. In diesen Tagen, in denen sich die Frage stellt, ob es vielen Menschen in Mitteleuropa zu lange zu gut ging, und sie deswegen ihre Empathie und die hart erkämpfte Aufklärung mangels ganz realer Erfahrungen gegen Kaltherzigkeit und Primitivität getauscht haben, brauchen wir auch Trost in Liedern. 'Kleiner Wertekanon' von Illute ist so ein kleines Stück Trost. Uns geht es genauso wie ihr, nur hat sie es geschafft den Gedanken in ein schönes Lied zu verpacken.

Das Stück findet sich übrigens auf dem gelungenen Album So wie die Dinge um uns stehn aus dem Jahr 2014.

Dienstag, 23. Februar 2016

Funkelnagelneu: "Out of Control" von Lush

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Derzeit verlassen uns leider einige Größen der Popmusik, aber andere tauchen überraschend wieder auf. Schon die eigentlich sehr abwegige Reinkarnation der Violent Femmes versetzte uns in höchste Vorfreude. Nun sind also auch Lush tatsächlich wieder da, mit Tour, neuer EP und bald neuem Album. Vor 20 Jahren fand die Band ihren Höhepunkt und ihr Ende, und wir sind bis aufs Äußerste gespannt auf das, was nach 20 Jahren Bandpause entstanden ist. Hier nun das erste musikalische Lebenszeichen, das Musikvideo zum Titelstück der neuen EP Out of Control.

Dienstag, 2. Februar 2016

Ashia Bison Rouge – Odɘr

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Für Konzeptalben gilt mehr als für jedwede andere Gattung: Geschmackssache. Solche Versuche können ordentlich in die Hose gehen. Ashia Bison Rouge legt allerdings eine gelungene Variante vor. Genauer gesagt heißt das Konzept 'Oder'. Richtig, der Fluss.

Ihm folgt das Album von der Quelle bis zur Ostsee. Ashia Bison Rouge erkundet ihre slawischen Wurzeln auf einer Entdeckungstour entlang des Laufes. Das Spannende an dieser Stunde musikalischer Flussfahrt ist die Uneinortenbarkeit in ein Genre. Mit einem Cello als Soloinstrument, oft begleitet durch eine Violine, verfällt das Album an einigen Stellen in Kammermusik. Die eindringliche, markante Stimme gibt dem ganzen Werk aber einen entgegengesetzten Dreh, der es auch wieder Pop, Folk, oder Blues, oder alles gleichzeitig sein lassen kann. Im Grunde ist es natürlich völlig unwichtig, denn was bei Konzeptalben zählt ist die Konsistenz. Es kann guten Gewissens gesagt werden, dass der Flusslauf an den Liedern nachvollziehbar ist. Gemeinerweise sind die Klischeebilder der Gegend in vielen Köpfen wohl die von einem äußerst dünn besiedelten Landstrich, dessen spärliche Besiedlung vor allem aus trotzigen und möglicherweise schrullig konservativen Einheimischen besteht. Solche Klischees müssen unterminiert werden, denn wer sich nicht auskennt, hat nichts zu melden. Zwar lässt das Album eben jene Vorurteile nicht unbedingt zu, doch mutet die bisweilen sehr getragene Vertonung nostalgisch an, entrückt von einer modernen, immer schneller rotierenden Welt.



Überhaupt, 'getragen' scheint ein angemessenes Wort zu sein. Auf dem Ganzen liegt eine Schwere, viel Moll, das nur an wenigen Stelle durchbrochen wird, beispielsweise wenn unvermittelt eine Ukulele einsetzt. Schon das zweite Lied 'Dig in Our Roots' klingt äußerst bedrohlich, als sollte hier ein Drama erzählt werden. Diese Stimmung dominiert das Album, unterbrochen von eher helleren Minuten wie 'We Travelled Above' oder das auffällig ukulelenlastige und sirenengesangsartige 'My Rock', in dem die Sirenengesänge des nahen Berlin sie in ihre Fänge, ins „dunkle, trübe Berliner Gewässer“ lotsen. Und, es funktioniert, die Sirenen gewinnen. Das Lied 'Villa Rixdorf' beweist es, und Rixdorf ist Teil von Neukölln, und das liegt nun wirklich nicht an der Oder. Die im Lied aufdringliche Ukulele passt ganz gut zu Berlin, denn hier gibt es jede Menge aufdringliche Ukulelen (was aber ganz schön ist). Die Reise hat mit 'Open Page' ein offenes Ende - und ein recht pathetisches. Es ist das Bild der unbeschriebenen Seite im Herzen, die bereit ist noch gefüllt zu werden.

Welches Werk erscheint vorm geistigen Auge, wenn an das Konzept 'vertonte slawische Flussfahrt' gedacht wird? Genau, und deswegen lassen wir einfach Bedřich Smetana zu Wort kommen, wie er selbst 'Die Moldau' kommentiert:
„Die Komposition schildert den Lauf der Moldau, angefangen bei den beiden kleinen Quellen, der kalten und der warmen Moldau, über die Vereinigung der beiden Bächlein zu einem Fluss, den Lauf der Moldau durch Wälder und Fluren, durch Landschaften, wo gerade eine Bauernhochzeit gefeiert wird, beim nächtlichen Mondschein tanzen die Nymphen ihren Reigen. Auf den nahen Felsen ragen stolze Burgen, Schlösser und Ruinen empor. Die Moldau wirbelt in den Johannisstromschnellen; im breiten Zug fließt sie weiter gegen Prag, am Vyšehrad vorbei, und in majestätischem Lauf entschwindet sie in der Ferne schließlich in der Elbe.“ - Wikipedia zu 'Die Moldau'
Ungefähr so, mit anderem Flussnamen und anderen Städten, hätte diese Albumzusammenfassung auch formuliert werden können. Wer Cellos, Violinen, eine ausdrucksstarke Stimme und Wasser mag, ist hier richtig und sollte Odɘr erwerben.

Alle Infos unter ashiabisonrouge.com


Mittwoch, 27. Januar 2016

Funkelnagelneu: "Zu schön für dich" von Stereo Total

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Pampelmusen, Pfirsiche, Erdbeeren. Wespen, Giraffen, Hasen, Katzen, Muscheln. Sämtliche ulkigen Flora- und Faunavergleiche in vermeindlichen Schönheitsidealen formen diesen schönen Liedtext, inklusive Mitgröhlrefrain. Ein weiterer Hit auf Stereo Total-Konzerten ist absehbar. Lassen wir einfach die Natur die Natur sein, und freuen uns über die von ihr an manche Menschen vergebene Kreativität. Übrigens, Nixe (von den Mobylettes) hätte am Ende nicht aufgespießt werden dürfen. Sie wird auch noch für die schöne Liedkunst gebraucht.

Dienstag, 19. Januar 2016

Dota - Keine Gefahr

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Man braucht keinen neuen Lieder mehr, Funny hat alle geschrieben.
Nur dieses eine hier ist für mich übrig geblieben.
- Spiegel der Zeit
Der Versuch über dieses Album zu schreiben muss wohl fast zwangsläufig mit diesem Textzitat verbunden sein. Das Zitat erscheint auf den ersten Blick deplatziert, ist es doch eingebettet in fast 20 (je nach Auslegung des Begriffes) neue Lieder.
Andererseits ergibt alles sehr viel Sinn, denn viele langjährig aktive Liedtexter*innen benennen die Suche nach immer neuen Themen als mühevollste Aufgabe. Das Feld neuer Musikvariationen ist hingegen trotz der nur 12 verschiedenen Töne schier unerschöpflich.
Grob unterteilt sind alle Themengebiete nach ein paar Alben abgegrast. Es bleibt nur ins Detail zu gehen, die ein oder andere Lücke zu schließen, ein gelungenes Konzept weiter zu entwickeln, und natürlich bei der Musik mehr zu experimentieren. Alles das macht die Band, und es steht ihr gut.

Nachdem das letzte Album eher subtiler gestrickt war, wird auf Keine Gefahr das glasklare Statement nicht gescheut. Kein (mir bekanntes) Lied der letzten Jahre bringt die Diskussion um flüchtende Menschen so sehr auf den Punkt wie 'Grenzen'. Diese oft eher umständlich formulierbare humanistische Haltung wird auf gut vier Minuten verdichtet.
Jeder Übergriff, jeder Schlag verletzt ein Menschenrecht.
Warum schützt man die Grenzen der Staaten so gut und die Grenzen der Menschen so schlecht?

Sie müssen nicht zwischen den Ländern verlaufen, aber zwischen den Menschen.
Nicht aus Stacheldraht sollen sie sein, sondern aus Respekt. Es gibt Grenzen.
Keine Gefahr möchte alles sein. Das musikalische Experiment, zu hören in den erstaunlich elektronischen Tönen vom tollen 'Die Diebe'. Aber auch ihr alter Hit 'Ohrsteckermädchen' findet mit 'Rennrad' eine würdige Fortsetzung.
Da geht er hin mit seiner Schnalle, sie passt sehr gut zu ihm.
Im Falle einer Trennung der beiden möcht ich wetten, sie bleiben jeder nicht lang allein.
Nur für mich bleibt alles beim Alten.
Und ich kann die Katze behalten.
Doch vielleicht kauf ich mir ein Rennrad und zieh in den Süden.
Vielleicht wird da was draus!
Denn es dort rum zu schieben sieht sehr gut aus.
'Vergiftet' glänzt ebenfalls mit elektronischem Antlitz, und ist nur folgerichtig ob der fast jährlichen Teilnahme der Band an der großen 'Wir haben es satt'-Demo in Berlin. Das Lied kann gerne der neue Demo-Soundtrack sein.



Der Rest des Albums ist eher zurückhaltend und introvertiert. Der schweigsame Mensch wird in 'Stille Wasser' sogar direkt thematisiert. Auch wenn wir das Geheimnis vielleicht garnicht verraten sollten, aber es versteckt sich noch ein Lied am Ende des Albums, das für Menschen bis zu einem Alter von sagen wir mal sechs Jahren möglicherweise etwas gruselig ist. Die Musik könnte von Tom Waits stammen, das haben sie wirklich grandios umgesetzt.

Zum Album gibt es in der Limited Edition noch eine Bonus-CD mit vier Liedern, die wohl als B-Seiten zu verstehen sind. Es sind einige der Songskizzen, die Dota oft bei ihren Konzerten spontan einfügt, nur das ihnen auf der CD Anfang, Ende und durchdachte musikalische Bandbegleitung beigefügt wurden. Der Rezensent möchte kundtun, dass unter diesen Liedern einer seiner absoluten Dota-Lieblinge ist, und er sich sehr sehr freut dieses Lied endlich auf Tonträger zu besitzen. Es geht um 'Wahrscheinlich', ein wundervolles Lied über die unbegründete Hoffnung.
Ich will keine Beweise, niemals Beweise
Denn köstlich ist es zu denken:
Wahrscheinlich ist dein Akku leer gewesen[...]

Wahrscheinlich war da was im Wein
Wahrscheinlich sieht es anders aus in anderem Licht
Wahrscheinlich, wobei, wahrscheinlich nicht. […]

Eventuell geschieht die Zukunft
Voll von Dingen, an die ich jetzt so gerne denke
Und eventuell geschieht sie nicht
Aber wahrscheinlich sind unsere Fehler harmlos und verzeihlich
Wahrscheinlich hätten wir uns ohnehin verloren
Wahrscheinlich.
Geht es noch weiter? Ja. Wer die Limited Deluxe Edition ersteht, findet außerdem ein Live-Album in der Hülle. 20 Lieder, mal alte Hits, mal aktuellere Hits, und sogar die erwähnten kleinen Liedskizzen. Dazu gehören der mittlerweile kleine (und erstaunlich autobiografische) Hit 'Bald fang ich wieder an', sowie 'Geld' mit der Punchline „Geld verdirbt den Charakter“.

Für audiophile Menschen ist der Rest geeignet, denn es gab zwar schon sehr gute, aber noch nie so gute Liveaufnahmen der Band. Lieder wie 'Sommer', 'Licht' und 'Hoch oben' sind ihren Studiopendants voraus.

Wir fassen zusammen. In der Standard-Version ist es ein schönes, abwechslungsreiches Dota-Album mit elektronischen Highlights. Mit der Limited Edition kommen noch vier Lieder extra, von denen mindestens 'Wahrscheinlich' ein wunderbares Kleinod ist. Die Investition in die noch luxuriösere Limited Deluxe Edition lohnt sich aber auch, denn das Live-Album ist mitunter das beste der Band (wobei Das Große Leuchten auch schon ziemlich sehr gut war).
Ich bin mir deiner nicht gewiss
Und war es eigentlich nie
Das ist gut so
Oder jedenfalls gut so in der Theorie
- Stille Wasser

Video des Tages: "Federkleid" von Tom Liwa mit Flowerpornoes

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Im Oktober 2015 erschien überraschenderweise ein neues Flowerpornoes-Album. Tom Liwa wollte eigentlich dem öffentlichen Musizieren gänzlich abschwören, aber dann kam es doch ganz anders. Und, das Album ist wirklich gut! 'Federkleid' ist schon ein recht repräsentatives Stück, wobei insbesondere die als roter Faden auf dem Album gelegten Lieder über Bob Dylan, Neil Young und die Beatles zu gefallen wissen. Auch das Lied über die Vergangenheit in der Kommunistischen Partei ist ein Highlight.

"[...] Sigmar 'Satan' Gabriel reicht um mich neu zu radikalisieren. Hey Schatzi, mach Dich schön, wir gehen in die KP."

Eigentlich soll es an dieser Stelle um das Video gehen, und das ist auch sehr schön, aber eigentlicher soll es eine Kaufempfehlung für Umsonst & Draussen sein. 

"Wir alle haben schwimmen gelernt, im Pool mit Brian Jones."

Dienstag, 12. Januar 2016

Falscher Ort Falsche Zeit - Power Pop & Mod Sounds from Germany, Austria & Switzerland 1980-1990

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Vielleicht, vielleicht hätte alles ganz anders kommen können. Berühmt wie Nena und Die Ärzte, oder wenigstens halbberühmt wie Andreas Dorau, das hätten sie vielleicht sein können. Daraus wurde nichts, und jedes der Lieder scheint auch seine eigene Antwort auf die Frage zu geben, warum es in den meisten Fällen im Vergessen enden musste. Damit ist nicht die Qualität der Ideen gemeint, ganz im Gegenteil. Die Werke sind großartig, jugendlich energiegeladen, hoffnungslos optimistisch und leben den Moment. Twenty-something heißt dieses hibbelige Alter heutzutage, und genau das ist zu hören. Umso härter traf es wohl viele Protagonist*innen, als es nicht vorwärts ging. Das trifft aber nicht auf alle zu, an der Stelle ist die Compilation nur so mäßig konsistent.

Bernd Begemann hatte nie den Mainstream-Erfolg, aber er ist immernoch da und immer auf einem neuen Zenit, mit jedem Album und mit jedem Konzert. In 'Die Nacht, die niemand haben wollte' von 1985 wird sein späterer, wundervoller Kosmos allerdings nur hauchdünn angedeutet. Peter Hein ist nun wahrlich nicht unbekannt, auch wenn Family 5 völlig zu unrecht von der Zeit etwas vergessen wurde. Die Mobylettes sind Gegenwart, und mag auch das hier zu hörende schrammelige Cover 'Da Doo Ron Ron' wahnsinnig sympathisch und tanzbar sein – sie haben seitdem eine bemerkenswerte musikalische Entwicklung genommen.

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Happy New Year!

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2015 war, wie jedes Jahr, mal wieder in allen erdenklichen Dimensionen aufregend, deprimierend und erkenntnisreich. Für uns ganz persönlich, aber natürlich auch für die Welt. Und noch wichtiger: für die Tante Pop. Wir haben nach vier Jahren mal ein wenig das Design ins aktuelle Jahrzehnt gehievt. Mal sehen wie lange es als einigermaßen modern durchgeht. Vielleicht ist es schon wieder nicht Smart Watch und Google Glass-geeignet. Inhaltlich sind wir auch wieder recht bunt unterwegs gewesen. Hier eine Auswahl von Artikeln, die es ganz besonders verdient haben nochmal ans Licht der 'Öffentlichkeit' gezehrt zu werden:

Winter
Das Jahr begann mit der fantastischen Neujahrsgala in der Volksbühne. Das war uns einen sehr seltenen Konzertbericht wert.

Nicht nur diese bei uns eher seltene Textgattung wurde bedient. Wir führten mit Boo Hoo eines der hier rar gesäten Interviews. Es ging um seine schöne EP Olympic Village Blues.

Außerdem erwärmte uns Andrew Combs die Herzen, wie er so sommerlich unter den Lampenschirmgirlandenbäumen stand.




Frühling

Glean erschien, das wunderbare, aus Liedern der diesjährigen Dial-A-Song-Aktion gespeiste Album von They Might be Giants, die uns das ganze Jahr über viel Spaß gemacht hat. Unbedingt reinhören!

Ein anderes höchst erwähnenswertes Album aus dem Frühling 2015 ist Rocko Schamonis musikalisches Comeback (sorry Fraktus) Die Vergessenen. Das opulente Projekt trug sehr schmackhafte Früchte.




Sommer
Trotz der üblichen Flaute im Sommer gibt es doch das ein oder andere empfehlenswerte Artikelkleinod. Normalerweise scheint hier im Großen und Ganzen immer die Sonne, aber wir können auch anders. Bestes Beispiel dafür ist die zornige Medienkritik zur Angelegenheit Taylor Swift vs. Apple Music.

Der Brief ans eigene jüngere Ich stand schon lange auf der To-Do-Liste. Im September haben wir es endlich mal zu Papier...zu Textdokument gebracht.

Als die größten Jonathan Richman-Fans des Universums müssen wir an dieser Stelle einfach nochmal auf das magische Video hinweisen, welches Jonathan inmitten fragwürdigen Blumenschmucks zeigt.




Herbst
Ende September wurde noch einmal ordentlich echauffiert. Und zwar völlig zu recht und noch viel zu nachsichtig! Unser Zorn richtete sich gegen die echte Karma Police (wenn es sonst schon niemanden interessiert).

Es wurde Israel Nash gehuldigt, genauer gesagt seinem lobenswerten Album Israel Nash's Silver Season. Hier entlang zur Wiederentdeckung.

Als Fans von, Auskenner*innen und Aktive in der Popmusikmaterie war es uns ein Anliegen, auch etwas zum Thema 'westliche Kultur' und Terrorismus zu sagen, nachdem es die Nachrichten beherrschte.





2016 wird bestimmt ähnlich aufregend und erkenntnisreich...und hoffentlich unterm Strich einfach schön. Wir wünschen allen Menschen alles erdenklich Gute, und vor allem viel Liebe (ha, wir Hippies) - nur nicht den schlechten Menschen. Denen wünschen wir Fußpilz und Mundgeruch. Und Erkenntnisgewinn.


Happy New Year!

Rita & Christian


Dienstag, 29. Dezember 2015

Funkelnagelneu: "Shape Shifter" von They Might Be Giants

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Das Jahr endet, wie es begann - mit They Might Be Giants. Ihre Dial-A-Song Aktion hat uns viel Freude bereitet. Jede Woche des Jahres 2015 gab es ein neues Lied zu hören. Und nicht nur das, jedes Lied wurde außerdem mit einem (im Großen und Ganzen meistens ziemlich professionellen und aufwändigen) Musikvideo versehen. Das ringt uns viel Respekt ab, denn das Jahr muss doch äußerst arbeitsreich gewesen sein.

Die Lieder war mal toll, mal ganz gut, mal sehr toll, und mal erst nach ein paar Durchläufen zu genießen. 'Shape Shifter', das letzte Lied des Jahres, bleibt sofort im Ohr hängen, und ist damit ein gelungener Abschluss der Reihe. Danke, They Might be Giants. Bitte macht das 2017 wieder!

Freitag, 25. Dezember 2015

A JEW IS BORN: A Very Anti-Folk Christmas

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Ja, gut. Auch wir wollen uns der abendländischen Tradition der Feier von einer göttlichen Befruchtung nicht entziehen. Hier sehen wir eine dokumentarisch sehr präzise Nachstellung der historischen Ereignisse, inklusive nie zuvor veröffentlichter Originalzitate von Josef - "It's not my fault! I don't even like women!"
Die Laienschauspieltruppe des Anti-Folk-Jahrganges 2007 hatte exzellente Arbeit geleistet, dies soll an dieser Stelle mal wieder ans Tageslicht gehoben werden.

Wir wünschen ein maximal erholsames Restjahr und fragen uns, was woll gewesen wäre, wenn Maria die Pille genommen hätte.

Samstag, 19. Dezember 2015

Video des Tages: "You really got me" von Dave und Ray Davies

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Es ist wirklich passiert. Das letzte Konzert der Kinks war 1996, und seitdem haben es die beiden Davies-Brüder nie mehr zusammen auf eine Bühne geschafft. Am 18. Dezember 2015 konnten sie sich tatsächlich durchringen wenigstens für ein einziges Lied wieder gemeinsame Sache zu machen. Gut, die Darbietung als solche ist nicht so wahnsinnig prickelnd, aber das ist völlig egal ob der eigentlichen Sensation.


Falls noch etwas mehr rumkommen soll, können sie sich jedenfalls nicht nochmal 19 Jahre Zeit lassen. Ein Kinks Album aus dem Jahr 2016, das wäre doch mal was.

Donnerstag, 17. Dezember 2015

Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen – Rüttel mal am Käfig, die Affen soll was machen!

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Der Albumtitel gewinnt den Preis 'Bester Albumtitel des Jahres 2016'. Damit könnte die Rezension and dieser Stelle beendet sein, aber es findet sich auch noch gute Musik auf dem Tonträger. Nun ist es kein Geheimnis, dass schon Superpunk, und in der direkten Erbnachfolge auch Die Liga der gewöhnlichen Gentlemen berechenbar ob ihrer Veröffentlichungen waren und sind. Diesen Umstand galt es immer zu akzeptieren und ja, bei jenen Bands auch zu lieben (es fühlt sich beunruhigend konservativ an das zu schreiben, aber bei all der eingeforderten Progressivität bei anderen Kunstschaffenden ist der gepflegte Status Quo als Ausnahme auch eine Erholung). Und es ist auch deswegen erholsam, weil es keine Enttäuschungen gibt. Wie immer soult, rockt und punkt sich ein Gentlemen-Album durch seine überschaubare Spielzeit, inklusive dem obligatorischen Instrumental und allerlei Wissenwertes.

Samstag, 12. Dezember 2015

Berlin Songs Vol. 4

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Es darf nicht dem Trugschluss aufgesessen werden, dass es sich bei der Berlin Songs-Serie um eine in sich wälzende, lokalpatriotische Liedersammlung zur postulierten Hippness von Berlin handelt.

Vielmehr wurden in der mittlerweile vierten Ausgabe der Serie Lieder kompiliert, die sich von brachial bis subtil der Stadt annehmen, oder sie auch nur streifen. Oder sie sind sogar so subtil, dass der Berlin-Bezug eher die Künstler*innen-Biografien berührt als ihre Lieder.

Als Jünger des Anti-Folk und Artverwandtem kommen wir ganz besonders auf unsere Kosten, sei es Toby Goodshanks 'The Tom Green County Fair', Phoebe Kreutz' 'Everybody likes' oder Sorry Gilbertos 'Oslo song'. Schon seit dem Erscheinen 2013 finden wir das Le Horror Me-Werk 'The Barcade Song' in der The Burning Hell-Coverversion ganz groß, da erfreut es das schöne Kleinod an dieser Stelle wieder zu entdecken. Aber selbst wer sich gut auskennt im Metier, wird reichlich Neuentdeckungen machen können. Dafür sorgen schon diverse bislang unveröffentlichte Stücke. 'Coffee Love' von Martha Rose ist ein schönes Beispiel, und ganz besonders das Lied 'Mutantenstadt' aus der Feder von Jakob Dobler und Noel Rademacher. Wundervoll.

Ein kleiner Blick in die Zukunft wird bei Masha Qrella geboten, die 'Keys' von ihrem 2016er Album beigesteuert hat, auf das wir uns auch schon freuen.
Die Sammlung legt mit einer Spanne bei den Veröffentlichungsjahren der einzelnen Stücke von sieben Jahren keinen übersteigerten Wert auf Aktualität, aber wozu auch? Es ist einfach zu schön nach 24 Liedern vom 2010er Christiane Rösinger Hit 'Berlin' entlassen zu werden. Diese Stadt klingt oft genug scheiße. Das übertönt Berlin Songs Vol. 4 ganz wunderbar.

Das gute Stück (und auch die anderen Ausgaben der Serie) kann bei berlinsongs.com bestellt werden.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Video des Tages: KEXP Toilet Session mit Stephin Merritt

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Warum nicht auf der Schüssel aufnehmen? Das ist ein super Konzept, nur die Akustik des stillen Örtchens muss stimmen. Stephin Merritt von den fantastischen Magnetic Fields hat hier alles aus der Örtlichkeit rausgeholt, inklusive 1a Yoko Ono Cover, das im Original, wie es das Video korrekterweise verkündet, allerdings nicht 'Flush Piece', sondern 'Toilet Piece/Unknown' heißt.

Könnte bitte jemand von den ganzen hippen Acoustic Sessions Videos das als Serie adaptieren? Konspirative Klokonzerte, oder so ähnlich.



Donnerstag, 19. November 2015

Funkelnagelneu: "Vergiftet" von Dota

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Wir erwarten sehnlichst das neue Album Keine Gefahr von Dota, und wie die Vorboten es erahnen lassen, hat sich die Band durchaus interessante Arrangements überlegt. Hier das neueste Musikvideo. 'Vergiftet' ist namentlich und thematisch natürlich schon durch den Jan Delay-Klassiker belegt, aber hier nochmal aus der persönlichen Sehnsucht nach Stadt-, Digital-, Kapitalismus-, Wiemanesauchnennenmagflucht vertont.

Dienstag, 17. November 2015

Crowdfunding: #BecauseWeHaveDreams

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Mariam needs your support to shout out loud to the world her story and the story of thousands of refugees. She wants to make a short movie to raise awareness on what refugees are going through and why they are escaping Syria to come to Europe: because they dream of a better future and have no more safety in their country.

Der Film wurde bereits von tollen Menschen fertig gestellt. Deswegen ist dieses Crowdfunding eher die Möglichkeit eine Spende zu entrichten. Das Geld geht nach Abzug der (sehr schmalen) Kosten an die NGO Refugees International. Als kleine Anerkennung gibt es für die Spender*innen eine virtuellen Geschenkekorb voller großartiger Musik ganz unterschiedlicher Machart. Wir können den Deal nur allerwärmstens empfehlen! 

Die virtuelle Premiere wird am 3. dezember 2015 stattfinden.