Dienstag, 28. Juli 2015

Video des Tages: "Walking My Cat Named Dog" von They Might Be Giants

Mit ihrer guten alten neuen Dial-A-Song-Aktion bieten uns They Might Be Giants jede Woche im Jahr 2015 ein neues Lied, und die meisten sind ein vergnüglicher Hochgenuss. Es wäre nur etwas monoton jede Woche aufs Neue auf jene Aktion hinzuweisen. Für Kalenderwoche 31 wollen wir aber gerne eine Ausnahme machen, denn es handelt sich nicht nur um ein sehr sehr süßes Video, sondern auch um das Cover eines Liedes von Norma Tanega, welches wir in unserem kleinen Premium Blog bereits 2011 mit Begeisterung vorgestellt haben. Die Fast-Giganten sind halt nicht nur wunderbare Komponisten, sondern auch begnadete Cover-Song-Auswähler, wie sie unlängst mit Jonathan Richmans 'Dancing In A Lesbian Bar' (das Original ebenfalls an dieser Stelle im Jahr 2011 ans Herz gelegt) bewiesen. Hach, sie sind großartig.

Freitag, 24. Juli 2015

Funkelnagelneu :: Korey Dane - 'Fade Into You' (Mazzy Star Cover)

Entschleunigung passiert ja viel zu selten. Daher könnt ihr euch nun bei uns, dem Musikmedium non plus ultra bedanken. Denn wir präsentieren euch: Korey Dane. Der junge Mann sprang uns in den Tiefen des Internets entgegen. Sein Cover von Mazzy Stars 'Fade Into You' wirkt gar noch entschleunigter, als das Original und falls das geht: strotzt noch vor mehr, nun ja, Tiefe. Ihr wisst, was wir meinen. Aus diesem Grund fordern wir, dass ihr nun alles stehen und liegen lasst und Korey Danes Cover hört. Man munkelt, dass ein Album für den Herbst geplant ist. 


Freitag, 17. Juli 2015

Musik und Nebenwirkungen: Schön von hinten - der zukünftige 360°-Wahn

(Technische Anmerkung: Es tut sich momentan viel was die Wiedergabe angeht. Zur Zeit 'sollte' es mit Google Chrome bzw. der Youtube App für Android funktionieren.)

Wir befinden uns im Jahr 2015, für welches uns eigentlich Schwebeboards und fliegende Autos versprochen waren (und eine Abstinenz von Mobilfunkgeräten – nicht etwa die Smartphone-Dystopie, in der wir tatsächlich leben müssen).
Das hat (bis jetzt!) noch nicht so ganz geklappt, aber andere spacige Technikdinge finden Einzug in das kreative Schaffen der Menschen. Nicht nur der Drucker kann heutzutage auch Häuser, Schnitzel oder Mini-Eifelturmschlüsselanhänger drucken, sondern auch das Kamerawesen erreicht schwindelerregende Fähigkeiten, und zwar im wortwörtlichen Sinne.

Dienstag, 14. Juli 2015

Gratismusik: Rummelplatzmusik - Der ganzjährige Adventskalender der Abartigcoolness

Rummelplatzmusik - Der ganzjährige Adventskalender der Abartigcoolness

Allzu offensive Werbemaßnahmen führen bei uns meist zu misstrauischen Blicken und dann in den Papierkorb, aber bei kleinen feinen Labels machen wir gerne eine Ausnahme. Der beliebte Gratissampler ist nach wie vor en vogue, und so verschenkt auch das kleine feine Label Rummelplatzmusik einen 13 Lieder umfassenden Sampler. Den teilen wir gerne, denn das stilistisch doch recht bunt gemischte Sammelsurium bietet durchaus einen guten Unterhaltungswert.

Als schönstes Lied nominieren wir 'Solche Tage' („Manche Leute sind seltsam, sie sagen 'Sie' zu mir.“) von Lukas Meister, und als schönsten Bandnamen Jimi Satans Schuhshop.

Den Sampler gibt es praktischerweise auch direkt bei Soundcloud:

Freitag, 10. Juli 2015

Funkelnagelneu: Staatsakt Sampler - 10 Euro Songs - 10 Euro Lieder

Geld - 10€ (VÖ 2002 | ReRelease 2014) Quelle: EZB

In der Hochzeit neoliberaler Arschgeigen sind künstlerische Statements immer irgendwie hilflose Trotzreaktionen, aber eben auch wohltuende Bestätigungen von anderen Menschen, die das ganze Treiben für genauso verachtenswert halten wie man selbst.

Diese Demosammlung von Staatsakt zur zynischen 10-Euro-Selfie-Kampagne der EZB letztes Jahr ist wunderbar gelungen und auf den Punkt.
"Du weißt, wir müssten jetzt an dieser Stelle mit Dir über Griechenland reden, über den Grexit, Varoufakis, die sogenannte Troika und den ganzen Rest.
Jetzt, da Du also nicht nur bei Überweisungs- oder Barzahlungsvorgängen vollständig in das Zentrum unserer Existenz vorgedrungen bist, sondern wirklich bis in die letzte Ritze unseres Seins, haben wir uns - wir schreiben den 07.07.2015 – nochmal gründlich umentschieden!

Wir wollen Dir also hiermit diese fünf, unserer Meinung nach interessantesten "10 Euro Songs" aus unserer Ausschreibung vorspielen. Bitte berücksichtige: Es sind allesamt mehr oder weniger unfertige Demo-Versionen!
Im etwa gleichem Zustand, in dem wir gerade die komplette europäische (Währungs-)Union, die europäische Zentralbank und alle anderen verantwortlichen Institutionen vorzufinden glauben: In einem Zustand der Improvisation, in dem man trotz aller offensichtlichen Fragezeichen, keinesfalls seine Souveränität verlieren darf, die man schon lange verloren hat!

Wir wollen Dich mit dieser zugegeben extrem verspäteten Aktion an Deinen Hochmut aus dem Oktober 2014 erinnern, als Du uns noch stolz und souverän in den sozialen Medien den neuen 10-Euro-Schein vor die Nase hieltest, als habe die kleine Maria gerade ihre Erst-Kommunion hinter sich gebracht, oder Tante Erna ihren 70. Geburtstag!" - Staatsakt via Soundcloud
Ein gewisser Fink Sparkler hat eine besonders schöne Antwort gegeben. Wir strengen uns jetzt auch weiter an...

Dienstag, 30. Juni 2015

Red Cosmos - Dreaming in Unison

Red Cosmos - Dreaming In Unison (bereits erschienen)

Wir möchten an dieser Stelle auf das Schaffen von Red Cosmos hinweisen. Hinter dem Namen steht allerdings nur ein Mensch, nämlich der Yorker Kim Tortoise. Dreams In Unison ist bereits sein zweites Album.

In dieser Empfehlung könnten wir uns über die wunderbare Merkwürdigkeit dieser Liedzusammenstellung auslassen, doch listet Kim selbst so ziemlich alle möglichen Kommentierungen bei Bandcamp auf:
- wildly schizophrenic
- essentially a comedy single about balls
- extremely catchy hook which was deeply stupid
- His voice is strange, adenoidal and flat
- It’s mental and left me speechless
- He can write lyrics but he can’t really sing.
- a truly awful and irredeemably bad piece of music
- inadvisable sampler action the likes of which you haven’t heard since 1982.
- …but then he starts singing the chorus in such a ghastly contrived style that I am forced to throw my headphones across the room and slap my own ears.
- the album seems to go on and on and on
- long periods of monotonous electronica
- strange peripheral noises that don’t seem to be part of the song
- impenetrable and not particularly user friendly
- this isn't helped by vocals that have a default setting of bored and flat
- a heck of a lot of truly average music
- Red Cosmos is just about worth persevering with.

Dienstag, 23. Juni 2015

Liebe 'Medien'-Welt, warum bist du nur so naiv?

Ja ja, bla bla. Wir sind wütend. Und auch ein ganz klein wenig fassungslos.

Die Welt (in diesem Fall die Medien, einige Musikmenschen und vor allem die 'ahnungslosen' Rezipienten eben dieser) glauben, dass Taylor Swift die Musikwelt gerettet hat. Ein Beispiel: die Bildzeitung unter den Musikblogs, Consequence of Sound schreibt etwa: "Taylor Swift actually changed the industry [...]". Samma, geht's noch? Klar, eine Bildzeitung jeglicher Art sollte man nicht Ernst nehmen. Aber so titeln derzeit ziemlich alle, wenn es darum geht, dass Apple Music nun doch eingeknickt ist und in den ersten drei Monaten Geld an die Musiker auszahlen will, deren Musik sie nun einmal kostenlos zur Verfügung stellen wollen. Die Debatte darüber war in den letzten Wochen derart groß, dass wir jetzt hier einfach mal nicht genauer darauf eingehen. 

Denn eigenlich geht es ja auch darum: WARUM HINTERFRAGT DENN NIEMAND DIESEN OFFENEN BRIEF? Natürlich ist es schön, dass Taylor Swift (und bitte nicht falsch verstehen: zumindest 1 Person von den 2 Tante Pop Menschen mag sie wirklich ehrlich richtig gerne und findet, dass diese junge Dame eigentlich sehr viel richtig macht) diese idiotische Idee anprangert, dass Apple Music in den ersten drei Monaten keinen Cent für etwas bezahlen will, dass sie benutzen, aber ganz jemand anderem gehört: dem Künstler. Und noch toller ist, dass sie indirekt darauf hinweist, dass gerade sie sich eigentlich darüber gar nicht aufregen müsste, sie hat schließlich genügend Cents auf dem Konto. Doch was ist mit denen, die eben kleiner sind, als eine Taylor Swift? Genau diese Frage stellt sie und macht klar: ist scheiße, ne, Apple?

ABER: glaubt ihr denn wirklich alle, dass wegen eines offenen Briefs von Talyor Swift und nur wegen dieses einen Briefes Apple einknickt? In den letzten Wochen haben sich weltweit genügend Künstler, Labels, Verbände, etc. pp. öffentlich zu dieser Idee von Apple Music geäußert. Durchgängig kritisch. Mag denn niemand mal darüber nachdenken, dass im Endeffekt eventuell so viele Musiker, Labels und Konsorten sich dagegen entschieden haben, Apple Music ihr Musik zur Verfügung zu stellen, dass Apple das gemerkt hat? Und auch, dass die öffentliche Diskussion darum eigentlich auf die Frage hinausläuft: sag mal, so wertschätzt ihr Musik? Nämlich gar nicht. 

Dass Taylor Swift und die Crew um sie herum ziemlich clever sind, sollte doch auch jedem bekannt sein. Das ist nämlich so offensichtlich, wie die Tatsache, warum sie diesen offenen Brief veröffentlicht hat: es war eine gute Strategie. Sie ist einer der Big Player und sie ergreift Partei für die Kleineren. Dass das gut in der Öffentlichkeit ankommt, war doch klar. Dass Apple Music dann tatsächlich einknickt: entweder Glück oder aber vielleicht doch gar kein so großer Zufall. Wie viel Apple Music (neben all den anderen Streaming Diensten) am Ende zahlen wird, steht doch auch noch nicht einmal fest. Also bitte, hört auf, diese Frau für etwas zu feiern, dass sie gar nicht (allein) geleistet hat. Sie ist super und es ist großartig, dass sie gesagt hat, was sie gesagt hat. Oder hat sagen/schreiben lassen. Aber es ist nicht ihr Verdienst allein, dass Apple etwas ändern muss, sondern der Widerstand vieler Leute aus dieser Musikwelt. 

Dass die Medienwelt einfach ungefiltert und ohne zu hinterfragen in die Welt posaunt, dass diese junge Dame die Welt gerettet hat, ist krass (das Wort ist das einzige, dass hier passt). Zudem: Taylor Swifts Team scheint es mit den Urheberrechten anderer Künstler (und das sind Photographen verdammt noch mal) ja auch nicht allzu Ernst zu nehmen.

Rant over. Es geht uns jetzt besser und wir gehen schlafen.