Montag, 25. August 2014

Soundcloud Schau: Analog Africa

Was Youtube für Filmchen ist, ist Soundcloud bekanntlich für alles im Audiosektor. Die Massen an Material sind mittlerweile gigantisch, und man kann sich stundenlang in den Tiefen der guten und schlechten Cover, der fantastilliarden Podcasts und Mixe, sowie obskuren alten Schätzen verlieren.

Vor einigen Jahren gab es eine (mittlerweile hoffentlich leicht veraltete) Statistik, wonach ca. 90% aller aufgenommenen Musik weltweit nicht digital verfügbar sind, sondern zumeist in Form von Schallplatten und Schellackplatten versuchen die Jahre zu überdauern. Damit dieser Kulturschatz nicht unwiederbringlich schrumpft, ist es nötig diese unvorstellbar große Masse an Aufnahmen möglichst zügig zu digitalisieren. Was die große, unüberschaubare und vielfältige Kategorie 'Afrika' angeht, leistet Analog Afrika tolle Arbeit. Sie verhelfen alten Aufnahmen, überwiegend aus den 60er und 70er Jahren, zum Überdauern im 21.Jahrhundert:
Analog Africa releases unusual African music from the 70s, music with a certain twist that will surprise you or that you didn’t expect to hear from Africa, and that often had a strong impact on ist country of origin. Frequently these recordings - all fully licensed – were never released outside of Africa before. Considerable importance is also placed on detailed liners notes telling unusual stories about unusual musicians, complete with rare photographs, interviews and full discographies. - www.facebook.com/AnalogAfrica/info

Freitag, 22. August 2014

Video des Tages: "Never going back to school" von Stella

Ja ja, die Videoqualität ist wirklich bei den aktuellen Erwartungen an HQ und 3D nicht zumutbar, aber wir sehen jetzt alle mal gnädig drüber hinweg. 2004 war das absolut akzeptabel! Wir hören eines unserer Lieblingslieder der begabten Band Stella.
Ging es denn darum, die Themen Schule, Lernen, Abschluß prominent herauszustellen? Wie ein roter Faden laufen diese durch die Songs "Never Going Back To School", "Woman With A Beard", "Work For Love".

Ja, das kann man schon so sagen. Ich glaube, das hat etwas damit zu tun, dass man die Schule jetzt auch schon ein paar Jahre hinter sich gelassen hat und diese Zeit besser reflektieren kann. Außerdem findet man sich auch nach der Schule immer wieder in ähnlichen Institutionen, z.B. einer Band. Auch hier gibt es Hierarchien, es gibt Personen, die gerade die coolsten Klamotten oder die beste Platte haben, es gibt Cliquenbildung. Oder wenn man auf Tour ist und dann noch andere Bands dabei sind, hat man manchmal schon das Gefühl, man geht auf einen Schulausflug.

Mittwoch, 20. August 2014

Auf Tour: King Rocko Schamoni & L'orchestre Mirage

King Rocko Schamoni & L'orchestre Mirage  | © Kerstin Behrendt

2007 erschien Rocko Schamonis bislang letztes (wunderbares) Album. Seitdem ging er bekanntermaßen äußerst erfolgreich unter die Schriftsteller, und Jahre später mit Fraktus auch wieder auf die Konzertbühnen der Republik.

Nun wird es höchste Zeit für ein neues Kapitel. Nachdem genug Geld per Crowdfunding eingesammelt wurde, geht es Ende August mit dem Projekt 'Die Vergessenen' auf Mini-Tour. Vom eigens zusammengestellten L'orchestre Mirage werden deutschsprachige Kleinode vergangener Zeiten dargeboten. Sowas gefällt uns ja ganz besonders, und bei unter anderem Ton Steine Scherben, Lassie Singers und Mutter in der Auswahl kann das nur besonders gut werden.

Auf zum Konzert der Wahl. Und wenn es doch zu weit ist, hilft ein wenig Geduld: Das dazugehörige Album soll 2015 erscheinen.

26.8. Frankfurt - Palmengarten

27.8. Hamburg - Thalia

28.8. Kiel - Kieler Schloss

30.8. Berlin - Deutsches Theater

Montag, 11. August 2014

Dokuzeit - Beautiful Dreamer - Brian Wilson and the Story of 'SMiLE'

Die Geschichte dürfte in der Regel popmusikalisch interessierten Menschen bekannt sein. Um es kurz zusammenzufassen - als es Ende der 60er an das Experimentieren in der Popmusik ging und die Kunstschaffenden die unendlichen Möglichkeiten der modernen Technik entdeckten, lieferten sich die Beatles mit den Beach Boys ein Battle. Brian Wilson war vom Klang und den ersten technischen Experimenten der Rubber Soul so angetan, dass er die alten Gewohnheiten über Bord warf und für die Beach Boys die bahnbrechende Pet Sounds schrob. Die Beatles legten mit Revolver noch eins drauf, und Brian Wilson wollte unbedingt ganz neue Spähren als erster erreichen und arbeitete besessen an einem Nachfolger. Monate vergingen, und plötzlich lief das funkelnagelneue 'Strawberry Fields forever' im Radio. Danach zerbrach das Projekt 'Smile' und wurde ad acta gelegt. Die traurige Geschichte aus dem Jahr 1967 wird genauso spannend erzählt, wie die unerwartete Auferstehung des Albums 37 Jahre später. Die Doku ist faszinierend und zeigt vor allem sehr intime Aufnahmen von Brian Wilson. Das jahrzehntelange Mysterium um das Album, und besonders sein Nicht-Erscheinen, wurde endlich gelüftet.

Der Film wirkt so, als sei nichts weg gelassen wurden. Es gibt schmerzhafte Erinnerungen und unerwartet tiefe Einblicke ins Scheitern. Das Happy End rundet alles ab. Sehr empfehlenswert.



Mittwoch, 30. Juli 2014

Video des Tages: "Bad Salzuflen weltweit + Unten am Hafen" von Bernd Begemann & Die Befreiung

Es ist nicht zu fassen, aber unser letzter Beitrag über Bernd Begemann stammt aus dem Jahr 2011! Das darf garnicht sein, man sollte wöchentlich über Bernd Begemann reden. Man muss ihm aber auch böse sein, denn in der Zwischenzeit gab es nur ein Best-of Album, ein neues Werk lässt allerdings auf sich warten.

Deswegen, und um auf den Artikel über die gut bestückte Soundcloud-Seite von Fast Weltweit Bezug zu nehmen, hier eine famose Version von 'Bad Salzuflen weltweit', gefolgt von seinem größten Smasher 'Unten am Hafen' (konsequenterweise eher ein Hamburg-Lied).

Dienstag, 29. Juli 2014

Soundcloud Schau: Fast Weltweit

Was Youtube für Filmchen ist, ist Soundcloud bekanntlich für alles im Audiosektor. Die Massen an Material sind mittlerweile gigantisch, und man kann sich stundenlang in den Tiefen der guten und schlechten Cover, der fantastilliarden Podcasts und Mixe, sowie obskuren alten Schätzen verlieren.

Fast Weltweit, dieser Name ist auf unseren Seiten kein unbekannter. Vor vielen Jahren schroben wir bereits ausführlich über dieses legendäre, kleine Label aus Bad Salzuflen.

In den 1980ern bahnten sich dort in der Provinz musikalische Dammbrüche an, ohne dasss es jemand mitbekommen hat. In diversen Konstellationen musizierten zusammen (heute) nicht ganz unbekannte Menschen wie Jochen Distelmeyer, Bernadette LaHengst, Bernd Begemann, Frank Spilker und diverse andere begabte Menschen. Sie schufen die Grundlage für das, was später Die Sterne, Blumfeld, Die Braut haut ins Auge und Die Antwort werden sollte.

Musik und Nebenwirkungen: Täglich frische Streamen auf den Rücken der Kreativen

Ist jetzt alles in der Cloud - der Rest kann zu Schalen verarbeitet werden. ©Frédéric Thiphagne
George E. Webb wollte es ab 1909 in Wilmington, Delaware, besser machen. Seine Vision: Musikabruf on demand. Seinen "Tel-Musici"-Service rief man an und buchte entweder ein Programm oder sogar das Abspielen eines bestimmten Stückes. Das kostete drei Cent Gebühr, eine ganze Oper sieben Cent. Eine Abo-Gebühr gab es in diesem Dumping-Modell nicht, aber einen Mindestumsatz von 18 Dollar im Jahr. Das reichte nicht: Tel-Musici hielt sich nur bis 1911.

So alt die Idee des Musikstreams auch ist, so revolutionär ändert sie in diesem Jahrzehnt die Besitzgewohnheiten der Massen. Egal welches Tonträgermedium in den letzten hundert Jahren angesagt war – wer sich nicht nur berieseln lassen wollte, sondern selbst Musik aussuchen, erwarb einen Tonträger und damit (zumindest theoretisch) unbeschränkte private Nutzungsrechte. Selbst in der Post-Tonträgerära wird/wurde immerhin noch der ulkige Dateien-Kaufvorgang vollzogen, welcher nach anfänglichen Einschränkungen heutzutage wohl mehrheitlich uneingeschränkte Nutzung verspricht. Das alles geht nun den Weg des fortschreitenden Kapitalismus - es wird geleast, gemietet, getauscht und verliehen, nur der Besitz erscheint in immer mehr Lebensbereichen nicht mehr erstrebenswert zu sein.