Freitag, 18. Juli 2014

Funkelnagelneu: 'Miss My Friends' von Zeus

Wie hieß die Band noch gleich?
Sehr lange haben wir musikaffinen Menschen (also alle, die solche Namen wie Jason Derulo oder Justin Bieber nicht mit Musik verbinden) auf einen neuen Song warten müssen. Zumindest wenn man nach dem Zeitalter der Tweets und Posts geht.

Ist aber auch eigentlich alles ziemlich egal, denn die Hauptsache ist: Zeus sind wieder da! Ja, genau, die großartigen Nerds aus Kanada!

'Classic Zeus' wird ihr neues, drittes Album heißen, dass am 5. September erscheinen wird. Damit ist auch direkt klar, wie das Album wohl klingen wird: genau so, wie Zeus nun immer klingen. Was jetzt in keinster Weise heißen soll, dass sich die Herrschaften wiederholen. Nein. Aber man kann sich bei ihnen auf immer gute Songs verlassen und wasauchimmer es da für ein Trinkwasser in manchen Teilen von Kanada gibt: sie machen einfach gute Musik. 

Der erste Song 'Miss My Friends' ist da auch schon direkt der Beweis dafür, dass sich die Herrschaften nicht wiederholen. Wo die Lieder auf 'Busting Visions' (2012) noch eher auf Anlehnungen zu T.Rex oder anderen sehr stark gitarrenverliebten Musikern erinnerte, ist 'Miss My Friends' ein wunderschöner Popsong und nebenher auch noch eine Ode an die Freundschaft. Deren Wert man ja auch meistens erst dann erkennt, wenn es zu spät ist. Hach.


Die schönsten Originale zu Ramones Covern

Das Ableben von Tommy Ramone führt unweigerlich zur erneuten Auseinandersetzung mit dem Oeuvre der Band. Im Video des Tages zu 'I don't want to grow up' machten wir schon auf das (wie zu erwarten) herrliche Original von Tom Waits aufmerksam, aber es gibt im Ramones-Universum noch einige andere Schmankerl in der Original-Kiste.

Beispielsweise 'Palisades Park', welches schon 1962 sehr beschwingt daher kam:




Donnerstag, 17. Juli 2014

Video des Tages: "I don't want to grow up" von Tom Waits

Die Original-Ramones sind jetzt also alle hinüber. Durchschnittlich wird man demnach als Punker der ersten Stunde ungefähr 55 Jahre alt. Ich glaube das ist um einiges länger als sie selbst in ihren frühen 20ern erwartet haben.

Dank akkordarbeit wissen wir, dass die Beatsteaks mit einem Cover von 'I don't wanna grow up' kondulieren. Die Ramones-Version ist auch wirklich toll (und das beste Lied ihres letzten Albums, nebst dem schlichten, aber schönen 'Life's a gas'), aber es muss doch bitteschön angemerkt werden, dass das ein fabulöses Tom Waits-Lied ist und in seiner originären Kauzigkeit unschlagbar.

Deswegen schauen wir uns an dieser Stelle lieber nochmal das ebenfalls fabulöse Video dazu an. Zum Glück lebt wenigstens dieser Tom noch...

Und ein dreifaches HEY HO! auf die Ramones...

Montag, 14. Juli 2014

Sticky Biscuits – The sad reasons people go into particle physics


Der Name war für das Duo eine schwere Geburt, doch die monatelange Suche hat sich gelohnt. Die Bedeutung erschließt sich dem Nicht-Muttersprachler nicht unbedingt auf den ersten Blick, sorgt aber doch für ein heiteres Gesprächsthema:
A group of lads wank over a biscuit, and the last to cum on it has to eat, the now "sticky biscuit"

Klebrig sind die Lieder ihres ersten Albums auf jeden Fall. Neun Werke haben es auf The sad reasons people go into particle physics geschafft, und sie drehen sich alle um einen nerdigen, comichaften Kosmos aus zwischenmenschlichen Betrachtungen und unvermeidbaren Beobachtungen. 'Ungoogleable you' ist eine solche Beoachtung. Das Maß an gesellschaftlich akzeptiertem Stalking hat dermaßen beängstigende Ausmaße angenommen, dass im Internet vermeintlich unauffindbare Personen vielen schon obskur erscheinen. Gewöhnliche Band- und Familiennamen sind zukünftig entweder Schutz oder ein Ticket in die Bedeutungslosigkeit, je nachdem wie man das sehen möchte. Mit 'Sticky Biscuits' haben es die beiden übrigens ganz gut getroffen – sie sind damit deutlich einfacher zu finden als ich es erwartet hätte. Solcherlei Albumnamen tragen ihr Übriges dazu bei.

Donnerstag, 3. Juli 2014

Funkelnagelneu: "Pisse" von Schnipo Schranke

Wir müssen zugeben, wir sind schon ziemliche Romantikerin und Romantiker. Das führt von Zeit zu Zeit zur Verherrlichung besonders cheesiger Lieder. Jetzt ist es mal wieder an der Zeit - es muss am schönen Sommer liegen. Die hippe neue Band Schnipo Schranke hat es raus mit der Romantik. Wir sehen und hören 'Pisse', ein Vorgeschmack auf das noch bevorstehende Debütalbum der beiden HipHop-Chanson-Fuckerinnen. Dieser Konzertmitschnitt zeigt, dass auch im größeren Teil ihres bisherigen Repertoires das Romantisieren im Vordergrund steht. Wir lieben sie, und sind jederzeit bereit auch ein zweites oder drittes Thema zu sponsern, damit auch das zweite und dritte Album ein voller Erfolg werden. Nummer 1 wird es ganz sicher.

Dienstag, 1. Juli 2014

Dokuzeit - The Search For Robert Johnson

Robert Johnson, Mitglied des Club 27, ist eines der größten Mysterien der neueren Musikgeschichte. Seine wenigen Aufnahmen haben viele berühmte Gitarristen nachhaltig geprägt, seine Lieder sind nach seinem Tod zu Standards geworden. Insbesondere 'Sweet Home Chicago' dürfte in der westlichen Welt allgemein bekannt sein. Doch über den Menschen wusste man lange fast nichts, und auch heute sind die gesicherten Informationen spärlich.

Nicht nur sein Tod ist von wilden Legenden umgeben, auch wie er zu dem Blues-Mastermind wurde ist nebulös. Diese sehenswerte Dokumentation arbeitet an seinen Wirkungsstätten alles Rekonstruierbare auf. Der Film ist mit dem Entstehungsjahr 1991 nicht mehr der frischeste, aber es hat den ungemeinen Vorteil, das tatsächlich verblüffend zahlreiche WeggefährtInnen zu Wort kommen. Darunter befinden sich sogar zwei Ex-Freundinnen. Das führt dazu, dass doch etwas Licht ins Dunkel gebracht wird und sich der Charakter erschließen lässt.

Es gibt sogar (damals) lebende Zeugen seines sagenumwobenen Todes...



Montag, 30. Juni 2014

Gratismusik: "FIRST ALBUM LIVE!" von They Might Be Giants


Die wunderbaren They Might Be Giants aus New York haben ein Geschenk an ihre treuen Fans. (Allerdings darf auch jeder andere Mensch dieses Album runterladen.) 

Was hören wir? Ihr allererstes, selbstbetiteltes Album aus dem Jahr 1986 in einer launigen Livedarbietung. Am Stück. Also nicht so ganz am Stück, weil jede Menge, durchaus unterhaltsames Gequatsche dazwischen ist.