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Dienstag, 2. Oktober 2012

Album für Album: The Kinks - Kinda Kinks (1965)

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Ich möchte über die Musik der Kinks schreiben, sitze vor dem Berg an Material und weiß nicht wie man die ganzen Gedanken dazu in einen gut lesbaren Fließtext verwandelt bekommt. Es gibt zuviel – z.B. die vielen grandiosen Alben aus den 60ern, von dem jedes anders klingt und es oft an wundervollen Ideen übersprudelt. Es gibt diverse theatralisch aufgebaute Konzeptalben aus den 70er, über Vergänglichkeit, Schule und Star-Dasein, die viel zu selten gewürdigt werden, obwohl sie mitunter fantastisch sind. Da ist noch die Stadionrockphase Ende der 70er, Anfang der 80er und ab Mitte der 80er das durchwachsene, meist ignorierte Spätwerk, welches aber doch ab und an Highlights bietet. Deswegen möchte ich meine Gedanken und Empfehlungen zu den 24 Studioalben einfach in chronologischer Reihenfolge niederschreiben, mit der Hoffnung dass einige LeserInnen den ein oder anderen untergegangenen Schatz für sich entdecken.


(Das komplette Album am Stück auf Youtube. - Zum Reinhören. Bei Gefallen sollte der Erwerb Ehrensache sein)

Die Alben damals erschienen in schwindelerregend kurzen Abständen. Und damit noch nicht genug. Wenn grad kein Album veröffentlicht wurde gabs Singles und EPs mit Liedern, die wiederum nicht auf den Alben waren. Kurz nach dem ersten Album erschien z.B. nur als Single einer der großen Hits – 'All day and all of the night'. Für manche ist dieses Lied der Anbeginn des Hard Rock. Wie dem auch sei, man schuf tatsächlich eine Art zweites 'You really got me'.

Das zweite Album fügt sich relativ nahtlos ans erste, allerdings sind es diesmal bis auf zwei Lieder alles Eigenkompositionen. Der eigene Stil wird deutlicher, allerdings bleibt das Thema auch weiterhin 'Frauen'. Sehr schön ist das gestresste 'Come on now'. Es besteht lediglich aus der Aufforderung der andere möge sich beeilen damit man nicht zu spät kommt. Auch die anderen Texte sind nicht besonders komplex und muten verständlicherweise mit den Themen 'verlieben' und 'schlussmachen' eher spätpubertär an – ganz passend fürs damalige Zielpublikum. Hitmäßig wird zum einen 'Wonder where my Baby is tonight' geboten – ein mittlerweile unzeitgemäßer Text über die Unkenntnis des Verbleibens der Freundin. Im Smartphone-Zeitalter für viele kaum vorstellbar, vermutlich. Zum anderen ist 'Tired of waiting' auf der Platte. Auf den ersten Blick im Grunde dasselbe Lied wie 'Come on now', hat es doch eine interessante Note: Wir befinden uns noch vor der sexuellen Revolutionen mit sehr festgezurrten Rollenbildern. Trotzdem singt hier Ray Davies „It's your life and you can do what you want“. Klingt selbstverständlich, aber für die Verhältnisse 1965 ist das eine für einen Popsong bemerkenswert liberale Zeile.



Der Kreativknoten war geplatzt und fortan produzierten sie wie verrückt. Auf der USA-Auflage der LP, die kurz später erschien, fanden bereits neue Lieder platz, u.a. der nächste Hit 'Set me free' (natürlich mit üblichem Thema). Noch im selben Jahr erschien schon das nächste Album, und kurz davor eine EP mit neuen, ungewöhnlichen Tönen.

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