Tante Pop

happiness is a warm gun

Die Abenteuer der Tante Pop 2011-2016. Powered by Blogger.
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Dienstag, 6. September 2016

Musik und Nebenwirkungen: Zivilschutzkonzept, oder warum wir von der Tante Pop eindeutig die besseren Panikbeauftragten wären

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Panik in Deutschland! Menschen bevorraten sich, weil die Regierung sagt, dass Bevorratung für 10 Tage eine echt clevere Sache ist. Selbst Hamsterwitze sind schon ausverkauft, und auf keinen Fall den Dosenöffner vergessen!

Stromloser Musikgenuss, aber nichts
für Fans aktueller Chartsmusik ©sdtb
Nein, zum Glück scheint diese kleine Sommerlochepisode nicht auf nennenswerten Widerhall in der Bevölkerung zu stoßen. Der Fehler in der kalten Bürokratendenke springt förmlich ins Auge, außer natürlich den Hamsterexpert*innen, die dieses Panikpamphlet zu verantworten haben. Was will ich denn mit ausreichend Konserven für einen nuklearen Winter bis 2045, wenn ich in meinem ungemütlichen Bunkerkeller sitze, mit mir vielleicht noch die nervtötenden Nachbarn oder gar die eigenen nervtötenden Kinder, und ich vor lauter strammem Gehorsam nebst der ganzen Tütensuppen keinen Kulturnotfallrucksack geschnürt habe? Wieso wurde das vergessen?! Was machen die Eskalationsbeauftragten der Regierung, wenn der Strom fürs Smartphone nach wenigen Stunden zur Neige geht? Ja, richtig, das Kurbelradio. Aber hat von denen jemand mal in den letzten zwanzig Jahren Radio gehört? Das ist doch nicht zu ertragen! Dieselbetriebener Generator und feinster Musikgenuss mit dem eigentlich im Bunkerkeller zwingend benötigten High-End-Thorens-Plattenspieler schließen sich ebenfalls aus.

Wir müssen deshalb das ‚Zivilschutzkonzept‘ dringenst um die Abteilung ‚Kulturelle Notversorgung‘ ergänzen. Früher tat es bereits ein Grammophon. Einfach kurbeln und genügend Ersatznadeln bereit halten, und schon steht der stromlosen Konservenmusik nichts im Wege (siehe Führers letzte Geburtstagsparty 1945). Die zur Verfügung stehende Musikauswahl mag nur leider nicht mehr die Jugend in ausreichendem Maße begeistern, und Die Lochis werden wohl auch nicht auf Schellack veröffentlichen.
Wichtig ist, digitale Musik separat vom Smartphone mitzuführen. Der gute alte MP3-Player bietet viel Musik für wenig Strom, und es kann fröhlich geshuffelt werden, bis der erste Nervenzusammenbruch bei der 300. Wiedergabe von 'Yellow Submarine' unvermeidlich ist. Die Notfallspeicherbefüllung (im Voraus!) sollte also ebenfalls sehr sorgfältig geplant werden. Wir werden der Bundesregierung entsprechende Listen zur Verfügung stellen, aber Belle & Sebastian geht sicherlich immer. Das Problem mit der stromfressenden Wiedergabe durch ein Bose-Soundsystem haben wir noch nicht abschließend gelöst, aber letztendlich wird es darauf hinauslaufen, dass jemand auf dem stromerzeugenden Hometrainer strampeln und konsequent zu 100 Watt gepeitscht werden muss.



Ein zusätzlich einzuplanender Weg aus der Misere ist die gute alte händisch erzeugte Musik. Hier sind im Notfall natürlich kleinere Instrumente zu bevorzugen. Königin der Notfallinstrumente ist zweifelsohne die Ukulele. Mit nur vier Saiten ist sie auch für nur rudimentär begabte Menschen erlernbar, und es kann jedes Lied der Welt gespielt werden, zumindest mit viel Fantasie und Leidensfähigkeit der Zuhörenden. Diese würde bei Blöckflöte und Melodica, obwohl handliche, formschöne Instrumente, zu sehr strapaziert auf Dauer. Die Notfallprofis bilden natürlich eine Bunkergemeinschaft, und haben Equipment für eine ganze Band im Schlepptau. Die Anwesenheit der Flöte bliebe dann allerdings trotzdem eine latente Gefahr der nervlichen Eskalation. (Ich stelle mir gerade vor, wie die erste mit Menschen bestückte Rakete zum Mars startet, und nach ein paar Minuten zieht jemand eine Blockflöte hervor und sagt: „Schaut was ich geschmuggelt habe! Ich habe mir vorgenommen in den nächsten sechs Monaten Flöte zu lernen. Zeit ist ja genug, so 5-6 Stunden täglich.“)

Was im Ernstfall nicht vergessen werden darf – ohne Internet müssen Noten, Texte und Akkorde in Papierform mitgebracht werden. Auch dieser Punkt fehlt sträflich im Zivilschutzkonzept. Mindestens zwei Bücher mit allen unerträglichen Hits der Menschheitsgeschichte sind Pflicht. Kopfhörer, Ohrstöpsel und Vuvuzela gehören auch noch ins Gepäck, um sich vor allzu schiefen Darbietungen aller Nena-Hits zu schützen oder sich auch mal wehren zu können.

Bisher haben wir uns nur um die kulturelle Versorgung mit Musik gekümmert, und schon jetzt ist der Rucksack bedenklich voll. Noch keine Rede war von der unverzichtbaren Versorgung mit Literatur (ca. 15Kg + 5Kg leere Tagebücher + Textmarker in allen Neonfarben), Malerei (was wiegt so eine Staffelei + 10 Leinwände + Bob-Ross-Farbpalette?), Theater (ein paar Kostüme, Papier+Kleister, Intendant*in), Tanz (riesiger Spiegel) und Bildhauerei (Marmorklotz).
Das ist doch ein wenig unpraktisch, und bisher haben wir nur für 10 Tage geplant!

Es wäre weitaus einfacher auf Notfälle und Kriege zu verzichten. Bei der Einreichung der Notkulturlisten beim Ministerium werden wir das als kostengünstige Alternative vorschlagen.

Montag, 25. April 2016

Die L'age D'or-Videoschatzkiste

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Wann mag wohl der Zeitpunkt sein, an dem alle 80er und 90er Jahre Videoschätze auf Youtube zumindest für die 10er gesichert und dem großen Publikum zur Verfügung gestellt sein werden? Clips, die die Welt in den 90ern mangels Rotation auf den Musiksendern kaum gesehen hat, liegen auf dem digitalen Silbertablett. Auch im Jahr 2016 überraschen plötzliche Wiederveröffentlichungen. Wir reden von L'age D'or, dem überguten Hamburger Indielabel, das so gegen 2007 seine Restbestände verramscht und die Pforten geschlossen hat. Die Untoten haben jetzt einen Youtube-Channel, und der kann sich sehen und hören lassen.

Dabei sind einige ganz gut bekannte Videos, wie 'Universal Tellerwäscher'. Manche weniger bekannte tauchten in den vergangenen Jahre auch mal im Internet auf, aber einige feiern ihre Premiere im Internetzeitalter.

Besonders schön sind die alten Schätze von Die Regierung, bzw. Tilman Rossmy, dessen Bedeutung für die Musiklandschaft immer wieder betont werden muss. Ostzonensuppenwürfelmachenkrebs haben in den 90ern ein paar schöne Noir-Aufnahmen vom Nachwende-Berlin verarbeitet, und die Fink-Videos erinnern mal wieder daran, dass Nils Koppruch fehlt.

Stella, Aeronauten, Von Spar, Schorsch Kamerun etc. - die Schatzkiste wurde mit allerlei hübschen Videos gefüllt, und wartet darauf rauf und runter gestreamt zu werden.

Die (momentane) Lieblingsentdeckung ist allerdings 'Penis' von Das neue Brot.



Montag, 28. März 2016

Video des Tages: "Erdowie, Erdowo, Erdogan" von extra 3

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Die künstlerische Qualität sei mal hinten angestellt (obwohl, zumindest das Original ist bei Lichte betrachtet ein ganz nettes Lied, und Jan Delay hat es einst gekonnt verfeinert). 
Allerdings möchten wir der Bitte von Herrn Erdogan gerne Folge leisten, der öffentlich darum bettelt, dass das Video möglichst breit geteilt wird. Bitteschön.

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Happy New Year!

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2015 war, wie jedes Jahr, mal wieder in allen erdenklichen Dimensionen aufregend, deprimierend und erkenntnisreich. Für uns ganz persönlich, aber natürlich auch für die Welt. Und noch wichtiger: für die Tante Pop. Wir haben nach vier Jahren mal ein wenig das Design ins aktuelle Jahrzehnt gehievt. Mal sehen wie lange es als einigermaßen modern durchgeht. Vielleicht ist es schon wieder nicht Smart Watch und Google Glass-geeignet. Inhaltlich sind wir auch wieder recht bunt unterwegs gewesen. Hier eine Auswahl von Artikeln, die es ganz besonders verdient haben nochmal ans Licht der 'Öffentlichkeit' gezehrt zu werden:

Winter
Das Jahr begann mit der fantastischen Neujahrsgala in der Volksbühne. Das war uns einen sehr seltenen Konzertbericht wert.

Nicht nur diese bei uns eher seltene Textgattung wurde bedient. Wir führten mit Boo Hoo eines der hier rar gesäten Interviews. Es ging um seine schöne EP Olympic Village Blues.

Außerdem erwärmte uns Andrew Combs die Herzen, wie er so sommerlich unter den Lampenschirmgirlandenbäumen stand.




Frühling

Glean erschien, das wunderbare, aus Liedern der diesjährigen Dial-A-Song-Aktion gespeiste Album von They Might be Giants, die uns das ganze Jahr über viel Spaß gemacht hat. Unbedingt reinhören!

Ein anderes höchst erwähnenswertes Album aus dem Frühling 2015 ist Rocko Schamonis musikalisches Comeback (sorry Fraktus) Die Vergessenen. Das opulente Projekt trug sehr schmackhafte Früchte.




Sommer
Trotz der üblichen Flaute im Sommer gibt es doch das ein oder andere empfehlenswerte Artikelkleinod. Normalerweise scheint hier im Großen und Ganzen immer die Sonne, aber wir können auch anders. Bestes Beispiel dafür ist die zornige Medienkritik zur Angelegenheit Taylor Swift vs. Apple Music.

Der Brief ans eigene jüngere Ich stand schon lange auf der To-Do-Liste. Im September haben wir es endlich mal zu Papier...zu Textdokument gebracht.

Als die größten Jonathan Richman-Fans des Universums müssen wir an dieser Stelle einfach nochmal auf das magische Video hinweisen, welches Jonathan inmitten fragwürdigen Blumenschmucks zeigt.




Herbst
Ende September wurde noch einmal ordentlich echauffiert. Und zwar völlig zu recht und noch viel zu nachsichtig! Unser Zorn richtete sich gegen die echte Karma Police (wenn es sonst schon niemanden interessiert).

Es wurde Israel Nash gehuldigt, genauer gesagt seinem lobenswerten Album Israel Nash's Silver Season. Hier entlang zur Wiederentdeckung.

Als Fans von, Auskenner*innen und Aktive in der Popmusikmaterie war es uns ein Anliegen, auch etwas zum Thema 'westliche Kultur' und Terrorismus zu sagen, nachdem es die Nachrichten beherrschte.





2016 wird bestimmt ähnlich aufregend und erkenntnisreich...und hoffentlich unterm Strich einfach schön. Wir wünschen allen Menschen alles erdenklich Gute, und vor allem viel Liebe (ha, wir Hippies) - nur nicht den schlechten Menschen. Denen wünschen wir Fußpilz und Mundgeruch. Und Erkenntnisgewinn.


Happy New Year!

Rita & Christian


Freitag, 25. Dezember 2015

A JEW IS BORN: A Very Anti-Folk Christmas

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Ja, gut. Auch wir wollen uns der abendländischen Tradition der Feier von einer göttlichen Befruchtung nicht entziehen. Hier sehen wir eine dokumentarisch sehr präzise Nachstellung der historischen Ereignisse, inklusive nie zuvor veröffentlichter Originalzitate von Josef - "It's not my fault! I don't even like women!"
Die Laienschauspieltruppe des Anti-Folk-Jahrganges 2007 hatte exzellente Arbeit geleistet, dies soll an dieser Stelle mal wieder ans Tageslicht gehoben werden.

Wir wünschen ein maximal erholsames Restjahr und fragen uns, was woll gewesen wäre, wenn Maria die Pille genommen hätte.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Adventskalender des Musikpiraten e.V.

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Die Musikpirat*innen haben sich der Förderung 'freier Kultur' verschrieben, was in diesem Fall Lieder unter Creative Commons-Lizenz meint. Als kleine Dezemberaktion wird sich ganz traditionell des guten alten Adventskalenders bedient. Neben dem, was Jesus alles angeblich war, kann er gerne auch noch Fan freier Kultur gewesen sein. Für freie Liebe war der ja auch ganz bestimmt. In diesem Sinn, viel Spaß mit dem Öffnen der digitalen Türchen.

Montag, 16. November 2015

Musik und Nebenwirkungen: Wie wir tanzen wollen

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Das sich für diese Kolumne aufdrängende Thema bedarf keiner Erklärung. Im Spannungsfeld zwischen dem Wissen um die schrecklichen Kriegszustände an vielen Orten der Welt, und der extra Portion persönlicher Betroffenheit, wenn Hass und Gewalt in unsere eigene eurozentristische Blase eindringen, fühlt es sich unmöglich an, angemessen zu reagieren. Gerade für uns als eifrige Konzertgänger*innen ist das Maß der persönlichen Betroffenheit noch einmal höher als sonst.

Wollen wir weiterhin unbeschwert öffentliche Räume nutzen? Wollen wir weiterhin frei den Dingen frönen, die uns wichtig sind, die uns auch in Teilen zu dem machen, was wir sind? Tanz, Musik, Liebe jeglicher Art, Sex und gar Drogen? Wir wollen keinesfalls die zivilisatorischen Errungenschaften der Aufklärung missen.

Können wir unbeschwert öffentliche Räume nutzen? Können wir frei eben all diesen Dingen frönen? Zu den alltäglichen Einschränkungen - mangelnde Säkularisierung, CSU, Pegida, (Liste hier mit Reaktionär*innen der Wahl fortführen) – gesellt sich zunehmend diese unmittelbar körperliche Bedrohung, welche sich ungleich bedrohlicher anfühlt, obwohl sie im Gegensatz zu den genannten Bedrohungen zumindest für uns in Mitteleuropa eine nahezu abstrakte bleibt, denn körperliche Gewalt ist und wird hier kein Alltag.

Der Ohnmacht gegenüber den empathielosen Terrorist*innen kann in unseren alltäglichen Leben nichts entgegengestellt werden. Wir sind auf transnationale Bündnisse und die ganz großen Lösungen angewiesen. Das kann nur gehofft werden.

Wir können nur das machen, was wir sonst auch machen. Spaß haben, unsere Freiheit genießen und unsere Freiheit gegenüber den Menschen verteidigen, die meinen es müsse Ausnahmezustände, geschlossene Grenzen, mit Maschinengewehren patrouillierende Menschen und möglichst lückenlose Generalüberwachung geben. Alles andere ist eine Kapitulation vor jenen Menschen, die in ihrer Jugend wohl selten Liebe und Anerkennung, dafür aber Ausgrenzung, Gewalt und Perspektivlosigkeit erlebt haben. Die Ursachen sind bekannt, aber die Umarmung, im eigentlichen oder im übertragenen Sinne, der gesellschaftlich Ausgegrenzten ist immer auch ein schwieriger Kampf gegen die eigene Bequemlichkeit.

Doch dieser Kampf mit sich selbst ist ein ganz wichtiger. Sicherlich gibt und darf es keine Anleitung geben, wie wir uns nach solch einem Geschehen verhalten sollen. Dennoch möchten wir auf eins hinweisen: die Angst darf nicht das auffressen, was uns so wichtig ist. Ja, auch wir sind betroffen von dem, was passiert ist. Aber wir sind es nicht direkt. Doch schaut man sich (gerade in der Presse und in sozialen Netzwerken) die Reaktionen an, so ist man doch fast gelähmt. Gelähmt ob der Angst die diese Reaktionen (wenn auch häufig unterschwellig) vermitteln, wie auch der immer gleich klingenden Bekundungen vieler, wie tief erschüttert sie gerade sind. Aus diesem Grund wird dann auch das Profilbild zur französischen Nationalflagge. Das soll keine Generalkritik sein oder werden, das maßen wir uns überhaupt gar nicht an. Dennoch - kennt man selbst Menschen, die von den Geschehnissen am Freitag betroffen sind, die Freunde verloren haben, Menschen die ihnen nah standen - so stößt man auf eine ganz andere, beinah bewundernswerte Reaktion. Sie sagen: lasst uns feiern, lasst uns tanzen, lasst uns lieben. Diese beiden Reaktionen so konträr gegenüber stehend zu beobachten, hat uns zum Nachdenken gebracht. Auch über die eigene Reaktion. Wir dürfen das nicht zu einer normalen Sache werden lassen, genau so wenig, wie wir es verdrängen dürfen. Vor allem dürfen wir uns aber nicht einschränken lassen.

Das Bands wie U2 oder die Foo Fighters ihre Tourneen absagen ist irgendwo verständlich. Irgendwo sollte es aber genau anders sein und heißen: trotzdem spielen wir! Trotzdem tanzen wir mit euch! 

Es ist wohl ein fast unmögliches Unterfangen einen solchen Text nicht ausufern zu lassen, denn eigentlich wollten wir nur daran appellieren, genauso unbeschwert zu Konzerten zu gehen wie immer, und sich nicht den Ängsten hinzugeben. Stattdessen lieber mit extra viel Tanz, Drogen und Sex. Und als gute Tat danach einem Menschen helfen, der von der Gesellschaft abgehängt wird. Deal?

Donnerstag, 12. November 2015

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebes Doppelalbum

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Liebes Doppelalbum,



herzlichen Glückwunsch zum 65. Geburtstag. Früher wäre es angemessen gewesen gleichzeitig auch zum Renteneintritt zu gratulieren, aber das verschieben wir mal lieber auf unbestimmte Zeit. Denn, liebes Doppelalbum, du wirst nach wie vor gebraucht. Nicht nur für Live-Erzeugnisse, wie zu deiner Geburt am 13. November 1950 mit dem Carnegie Hall-Konzert von Benny Goodman, sondern auch für ausführliche Studioergüsse von zeitgenössischen Musikschaffenden.

Mittwoch, 4. November 2015

Musik und Nebenwirkungen: Was das Politbarometer verschweigt

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Der Rolling Stone veröffentlichte eine Galerie mit 200 Politiker*innen und ihr jeweiliges Lieblingsalbum. Allerdings scheinen dort keine Statistik- und Politikwissenschaftsmenschen zu arbeiten, denn anders ist die fehlende Auswertung kaum zu erklären.

Mittwoch, 21. Oktober 2015

Happy Zurück in die Zukunft-Tag! Wir feiern ihn würdig mit einem Relaunch!

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Menschen ab 30 aufwärts kennen das, irgendwann einmal war die Zukunft in jenem Film tatsächlich ferne Zukunft. Und es war ein wenig spannend, sich auszumalen, was da einmal sein könnte. Jetzt haben wir den Salat, sie ist da.

Ohne Schwebeautos und Schwebeboards kann man gut leben, und der Nutzen von fünf Trilliarden Fernsehkanälen erschließt sich auch nicht mit ihrer realen Existenz. Was wir aber haben, ist das Internet, unser aller Schatz und Verderben zugleich. Hier in diesem, die soziale Kompetenz der Menschen bedrohenden Loch, überdauert unsere wundervolle Tante-Pop-Blogexistenz seit 2011, und um auch mal technisch im aktuellen Jahrzehnt anzukommen, war ein kleiner Tapetenwechsel fällig. Nach fast 700 Beiträgen musste mal ein bisschen mehr Ordnung in den Krimskramsladen, und wir hoffen die Übersichtlichkeit und Bedienung mit dem neuen Design signifikant verbessert zu haben.

Wir wünschen einen schönen und besinnlichen Tag der Zukunft, und denken an das noch schönere Leben im Jahr 2045. Wenn wir doch jetzt nur eine weise Botschaft zum Thema 'Zukunft' hätten...


Unsere Einstellung der Zukunft gegenüber muß sein: Wir sind jetzt verantwortlich für das, was in der Zukunft geschieht. - Karl Popper


Montag, 28. September 2015

Musik und Nebenwirkungen: Wer bei der Karma Police arbeitet, wird höchstens als Schmeißfliege wiedergeboren

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Es verwandeln sich Dystopien in eine obskure Realität, welche wohl selbst George Orwell als hanebüchene Fantasterei bezeichnet hätte. Sein Zynismus ist schon lange übertroffen, schließlich nennt die Menschheit ihr Überwachungs-TV bereits seit 15 Jahren 'Big Brother'. Auch früher, aber spätestens seit den Snowden-Enthüllungen schwingt bei jeder Meldung in jene Richtung der Gedanke mit, ok, das hätte ich nie gewagt auch nur zu denken, aber schlimmer kann es ja wohl nicht werden. Und dann wird es von Mal zu Mal schlimmer.

September 2015 – Die alles überwachende Spionageabteilung des britischen GCHQ hat eine Software, welche im Grunde sämtliche Vorgänge im Internet speichert (speichern soll), inklusive Anlegung und Auswertung persönlicher Surf-Profile. Ziel: 100000000000 Events speichern und auswerten…pro Tag! Das alles ist nicht mehr in Worte zu fassen, doch warum echauffiert sich ein Musikblog? Richtig, der Name. Wie muss man sich das vorstellen? Begabte, aber durch und durch schlechte Menschen sitzen in einer Runde und umreißen ihre Pläne für die Komplettüberwachung, dann geht eine Hand hoch zur Wortmeldung: „Übrigens, ich hätte da voll den passenden Namen für unser kleines Projekt – Karma Police! Ihr wisst schon, wie das Radiohead-Lied. Passt doch, oder?“



Sonntag, 20. September 2015

Musik und Nebenwirkungen: Liebes 16jähriges Ich, lieber junger Musikentdecker,

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Anmerkung: Der Text ist inspiriert von dem äußerst lesenswerten Projekt Dear Sixteen-Year-Old Me von Letters Of Note. Allerdings haben wir die Fragestellung leicht abgewandelt: es soll ausschließlich um das Verhältnis zur Musik gehen.

Liebes 16jähriges Ich, lieber junger Musikentdecker,

ich würde Dir gerne ab und an erstaunliche Dinge erzählen, die Du mir niemals glauben würdest. Die erstaunlichsten davon begaben und begeben sich zugegebenermaßen im semi- bis nichtmusikalischen Bereich, aber jene müssen hier nicht in aller Öffentlichkeit ausgebreitet werden. Die Stories schicke ich Dir bei Gelegenheit in einer PM (also bei ICQ, wenn ich die Zugangsdaten noch wüsste).

Natürlich wäre es aus der Perspektive des Jahres 2015 einfach über die seltsamen Auswüchse pubertärer Irrungen und Wirrungen Deiner Musikentdeckungen herzuziehen, aber weil das vermutlich auch für die Perspektive auf das Jahr 2015 aus dem Jahr 2030 gelten dürfte, möchte ich nicht hochnäsig über zweifelhafte Hörgewohnheiten lästern. Vielmehr möchte ich Dir danken, denn die frühnerdige Auseinandersetzung mit der bunten Subkultur Punk hat Dich sehr positiv beeinflusst. Du lernst beispielsweise was Straight Edge heißt, aber diese Art strenger Regeln in fest abgegrenzten Gruppen kommt Dir damals schon fragwürdig vor. Trotzdem ist es äußerst sinnvoll gewesen, sich schon mit 16 diesen Fragen nach dem Umgang mit Mensch und Tier zu stellen, denn es dauert lange sie einigermaßen gut durchdacht zu beantworten. Aber ich schweife ab, es ging schließlich um die Entdeckung von Musik. Ich weiß, Dir mangelt es an vernünftigen sozialen Einflüssen auf den eigenen Musikgeschmack. Oft sind es die großen Geschwister, die ihre Erkenntnisse weiterreichen. Das ist genauso wenig eine Option wie ein cooler Plattenladen, oder überhaupt ein Plattenladen in Deinem Heimatkaff. Das Internet fiept und beept noch in Slow-Motion vor sich hin, und die Gleichaltrigen hören wirklich unerträgliches Zeug. Deswegen, und es fällt mir schwer diesen Satz zu schreiben, müsstest Du eigentlich dem Fernsehen danken. Genauer gesagt sind es MTV, VIVA, und noch viel mehr VIVA zwei, die Dir auf die Sprünge helfen. Insbesondere bei letztgenanntem Sender siehst Du etliche wirklich gute Videos von tollen Bands, welche Du teilweise sogar noch 15 Jahre später sehr gut finden kannst (ich muss Dir allerdings leider mitteilen, dass Charlotte Roche im nächsten Jahrzehnt nicht mehr ganz so cool und Role-Model-tauglich ist wie im Jahr 2000).

Freitag, 17. Juli 2015

Musik und Nebenwirkungen: Schön von hinten - der zukünftige 360°-Wahn

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(Technische Anmerkung: Es tut sich momentan viel was die Wiedergabe angeht. Zur Zeit 'sollte' es mit Google Chrome bzw. der Youtube App für Android funktionieren.)

Wir befinden uns im Jahr 2015, für welches uns eigentlich Schwebeboards und fliegende Autos versprochen waren (und eine Abstinenz von Mobilfunkgeräten – nicht etwa die Smartphone-Dystopie, in der wir tatsächlich leben müssen).
Das hat (bis jetzt!) noch nicht so ganz geklappt, aber andere spacige Technikdinge finden Einzug in das kreative Schaffen der Menschen. Nicht nur der Drucker kann heutzutage auch Häuser, Schnitzel oder Mini-Eifelturmschlüsselanhänger drucken, sondern auch das Kamerawesen erreicht schwindelerregende Fähigkeiten, und zwar im wortwörtlichen Sinne.

Donnerstag, 9. April 2015

Musik und Nebenwirkungen: Das sind Geschichten, in Büchern gelesen

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Ein kleiner Beitrag zur Völkerverständigung, und eine deutliche Verbesserung des Originals.

Die Welt ist voller schönem, wertvollem Wissen, doch muss es oft appetitlich serviert werden, damit mehr als eine kleine Anzahl Nerds es in sich aufnimmt. Ein Weg dies zu erreichen ist die geschickte Verpackung in auf welche Art auch immer für Menschen bedeutsame Lieder.

Donnerstag, 19. März 2015

Musik und Nebenwirkungen: Claquierende aller Länder, vereinigt euch!

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Bekommt man das auch für 40€?

DRadio Wissen ist stets ein Quell sehr informativer Informationen (deswegen ist die Rundfunkgebühr auch nicht ganz so verkehrt). Und was müssen wir hören? Plattenlabels und geschäftstüchtige Bandmanager engagieren Menschen, die man früher wohl 'Jubelperser' hätte nennen können, um die Konzerte aufzupeppen. Es ist nicht nur die obskure Schilderung des Fallbeispieles im Beitrag, welche uns erschaudern lässt, sondern auch die Aussage vom Chef der Menschenvermietung, dass 99,9% aller Bands nichts davon wüssten.

Dienstag, 10. Februar 2015

Musik und Nebenwirkungen: Lieber Roland Kaiser,

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Ja, wir könnten auch vielen anderen Kunstschaffenden schreiben, aber dein Fall ist wie aus dem Lehrbuch für missratene Fanbeziehungen. Du sagst etwas Vernünftiges als Reaktion auf etwas Unvernünftiges, was Prominente halt bestenfalls so machen, und dann musst du dir von so einer Trulla sagen lassen, du solltest doch bitte mehr Neutralität wahren, schließlich habe man deine CDs gekauft.

Was dachtest du wohl, als dir diese Reaktion zu Ohren kam? Wir dachten an die Kreationisten im Bible Belt. Die dortigen Trullas (und Trullen) haben ähnlich wirre Ansichten, nur zu einem anderen Thema. Was wollten sie deshalb? Genau, Evolution und 'Intelligent Design' gleichwertig im Biounterricht, weil man doch die Ausgeglichenheit wahren sollte. Die Bundesdeutschen Pegophilen sind die Kreationisten unter denen, die vom Baum der Mitmenschlichkeit und Nächstenliebe noch nichts gepflückt haben.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Der Was-wir-doch-eigentlich-noch-gerne-gesagt-hätten-Jahresrückblick

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2014 war sehr gut zu mir (Christian) – rückblickend gab es deutlich mehr positive Begebenheiten als unschöne Erlebnisse. Die Tante Pop konnte nicht mehr unsere ungeteilte Aufmerksamkeit der letzten Jahre bekommen, was schon an der Anzahl der Beiträge zu erkennen ist. Was wir allerdings veröffentlicht haben, kann sich sicher sehen lassen. Die Kolumne Musik & Nebenwirkungen gab es in sieben Ausgaben, mit allerlei unterschiedlichen Themen, die schon lange einmal abgehandelt werden sollten. Einige Beiträge sind nicht fertig geworden, beispielsweise einer über Depressionen in der Musik oder ein Beitrag über die Bedudelung im Einzelhandel. 

Wir hatten dieses Jahr ein kleines Interviewprojekt mit einer sehr interessanten Idee (nicht ganz neu, aber umso liebenswerter) in Planung, haben es aber letztendlich (noch) nicht umgesetzt. Es sind meistens nicht gleich ganze Projekte, welche an Zeit und Geduld scheitern. Vor allem über besonders schöne Konzerte sollte berichtet werden, aber es schreibt sich sehr schwer über ein Konzerterlebnis. Schon die Albumbesprechung (Sorry Mutter, ihr hättet wirklich eine Lobhudelei verdient) ist tückisch und wird nicht immer fertig gestellt, doch Konzerte in Worte zu fassen erscheint ungleich schwieriger und oftmals unnötig. Und wenn man sich dann doch einmal unbedingt daran machen will, dieses eine Konzert zu beschreiben, um der Welt mitzuteilen, WIE grandios es war - dann fehlen die Worte. Dieses uralte Problem eben. Wenn man es dann aber doch einmal schafft, kann man es natürlich bei der Tante lesen. Auch haben wir noch zwei Interviews in der Hinterhand. Mit unglaublich tollen Bands. Aber die Zeit fehlte. Rumheulen möchten wir jetzt aber nicht. Eher - euch für's nächste Jahr ködern. 2015 wird (wieder mal) alles besser. Hoffe ich. (Rita)

Samstag, 20. Dezember 2014

Musik und Nebenwirkungen: Der unglückliche Typ im Plattenladen

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So geht Plattenladen! Die sind auch alle total glücklich. (aus 'High Fidelity')
Ab und an betrete ich einen bestimmten Plattenladen aus einem inneren Drang heraus, der weder mit dem Laden noch seinem Inhaber etwas zu tun hat, sondern mit guten Angeboten. Eigentlich gehe ich sogar trotz des Ladens und trotz des Inhabers dorthin. Der Laden ist das Gegenteil meiner Vorstellung eines idealen Plattenladens. Er ist hell, kühl, es läuft belangloses Gedudel, und ist generell denkbar uneinladend eingerichtet, sodass man schnell die Flucht ergreifen möchte. Nicht nur der Laden sagt – 'eigentlich wollen wir so jemanden wie dich hier nicht haben', sondern auch der Typ hinterm Computer sagt das nonverbal. 

Sonntag, 9. November 2014

Sonntagsmusik #9

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Es ist wieder an der Zeit für eine neue Runde Sonntagsmusik. Wie immer mit allerhöchsten Qualitätsstandards ausgesucht und mehrmals auf Tauglichkeit geprüft. Wir haben uns ja nicht umsonst dazu verpflichtet, uns jeden Sonntag zu Hause einzusperren, Kuchen zu essen und die Musik zu testen. Schließlich sind wir die Tante Pop.

Alle anderen Sonntagsmusiken sind unter Musik-Mixe zu finden. Viel Spaß!


Samstag, 1. November 2014

In (fast) eigener Sache: Umschreiben Englisch Übersetzung von Deutsch Artikel

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Man stelle sich vor, unser Text wurde als Anleitung missbraucht für verachtenswerte Menschen, die mit anderer Leute Arbeit Klicks und Zaster erhaschen.

Ey ihr Blasennachrichten! Ihr seid niederträchtige Bösewichte, die wir verachten. Wir wollen mit euch nichts zu tun haben. Falls in euren Hirnen vielleicht doch noch eine letzte Synapse für Anstand vorhanden ist, dann löscht ihr diesen Dreck.

Verachtungsvoll,
Die Tante Pop

P.S. Wir lassen uns natürlich nicht bestehlen und haben unser Eigentum zurück übersetzt per Google Translate:
Beatles oder Stones : Von Zeit zu Zeit wird die Frage von Small Talk gefragt? Ich bin einer von denen " Knicke " Antwort dann . Natürlich verehre ich zutiefst die musikalische Arbeit der Beatles , aber nur, weil sie so genial veröffentlicht sind , nie Popmusik erreicht in den 60er Jahren , die gleichzeitig das Streben nach Anerkennung Kinks ging unter . Völlig falsch meiner Meinung nach. Sie haben nicht nur viel mehr Hits als jeder spontan denken würde - sie auch ihren gut 30 Jahren aktiv Band viele viele großartige Alben , von denen einige nicht so ganz unberechtigt auf dem Regal neben dem Beatles -Katalog veröffentlicht . Der Vergleich ist natürlich sinnlos , und ich will nicht in ihr gönnen , aber die musikalische Phasen bis zur Auflösung der Beatles im wesentlichen parallel . Die meisten der Knicke können zu dieser Zeit , was auch nicht fair , sie reduziert werden. Während es fehlen die späteren Arbeiten über bestimmte magische etwas, aber auch blinkt auf diesen Alben eigentlich (fast) jedes Mal die eine oder andere schöne Inspiration von Ray Davies produziert."
P.P.S. Als Extra Special Service hier der ganze Artikel noch einmal per Google Translate: