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Montag, 26. Oktober 2015

Israel Nash - Israel Nash's Silver Season

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Eine Obsession zu entwickeln ist in der Regel nicht von Vorteil. In Folge prokrastrinierender Nächte ist es recht einfach, eine Obsession für Tiervideos zu entwickeln. Oder für sonstige Absurditäten dieses wunderbar seltsamen Internets. Nun aber gilt es ein Plädoyer für eine Obsession zu halten. Denn Israel Nash hat mit 'Israel Nash's Silver Season' nicht nur eines der besten und tollsten und wichtigsten Alben überhaupt geschaffen: es ist auch recht einfach, eine Obsession dafür zu entwickeln. Diese wiederum macht verdammt viel Spaß. Da soll die Vernunft bitte kurz ruhig sein.


Israel Nash ist so ein Typ, dem man unglaublich gerne zuhört. Er redete vor kurzem mit einer Journalistin von Deutschlandradio Kultur - hätten wir ihn nicht schon vorher sehr bewundert, täten wir es spätestens jetzt. Ja, man sollte die Musik und die Person dahinter trennen. Das wir das manchmal nicht so ganz schaffen, haben wir ja schon erklärt. Aber dieses Interview (was es hier zum Nachhören gibt) zeigt nicht allzu viel über die Person Israel Nash, sondern das, was er mit seiner Musik machen möchte und wie er sie gemacht hat. Ein Musiker, der sagt, dass er ein Album gemacht hat, das die Menschen doch bitte hören sollen. Also hören. Wie Recht dieser Mensch hat.

Es gibt so viel Musik auf dieser Welt - ein sehr großer Teil davon ist nur dazu da, um uns im Hintergrund zu terrorisieren und vielleicht im Hinterkopf zu bleiben. Damit Menschen, die gerne "Charts hören" oder "alles" mögen, es auch fleißig kaufen und abfeiern. Aber ein Album, das dich herausfordert - natürlich gilt das für jegliche Form der Kunst - ist etwas Besonderes. Und leider viel zu selten geworden. Selbst Israel Nash hat mit 'Rain Plans' [Loose Music / 2013] zwar ein ganz und gar wundervolles Album geschaffen - aber er wollte gefallen. Das hört man auch: alles wirkt am Ende ein wenig zu glatt produziert. Live hatte das Album dann plötzlich eine ganz andere, viel tiefer gehende Qualität.

Nash scheint das selbst realisiert zu haben und macht auf 'Silver Season' einfach das, was er machen möchte. Egal, ob es mal psychedelisch, schnulzig oder appellierend ist: Nash und seine wirklich, wirklich gute Band lassen die Lieder den Weg nehmen, den sie sich selbst ebnen. Und das gibt diesem Album eine unfassbare Kraft, die man vielleicht beim ersten Hören nicht gleich erkennen mag, beim zweiten Hören aber das erste Mal eine Kapitulation hervorruft. Eine Kapitulation im besten aller Sinne. Eine Kapitulation vor der Schönheit und Wucht dieses Albums.

[Israel Nash - 'Israel Nash's Silver Season // Loose Music]

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