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Mittwoch, 4. November 2015

Musik und Nebenwirkungen: Was das Politbarometer verschweigt

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Der Rolling Stone veröffentlichte eine Galerie mit 200 Politiker*innen und ihr jeweiliges Lieblingsalbum. Allerdings scheinen dort keine Statistik- und Politikwissenschaftsmenschen zu arbeiten, denn anders ist die fehlende Auswertung kaum zu erklären.

Gut, dann müssen wir eben die unzulängliche journalistische Arbeit der Postille ausbügeln. In a nutshell, gibt es Konsens unter allen im Bundestag vertretenen Parteizugehörigkeiten? Ja, aber nur einen. Erstaunlicherweise sind es nicht die Beatles, sondern die Rolling Stones (und ausgerechnet eine solche Vorlage lasst ihr euch entgehen, ihr Rolling Stone-Menschen?!), wer hätte das gedacht? Was kann noch gesagt werden? Nur die Linken stehen auf Silly, aber dann auch so richtig. Bei den meistgenannten sind es wie zu erwarten die Beatles, gefolgt von U2, den Stones, Grönemeyer, Pink Floyd und Bruce Springsteen. Erstaunlich oft wurde auch Keith Jarett genannt.

Fun Facts: Grönemeyer hat fast ausschließlich Fans in der CDU. Darüber sollte er mal nachdenken. Die Toten Hosen werden nur von SPD-Menschen genannt, auch das ist ein Grund zur inneren Einkehr (bei allen Beteiligten). Nirvana wird lediglich bei den Grünen nicht genannt, ist also auch sehr konsensfähig.

Im persönlichen Wahl-O-Mat mit nur zwei Entscheidungsoptionen, die vernichtend eindeutigen Kategorien ja oder nein, ergibt sich für mich folgendes Ergebnis für die Zustimmung zur Musikauswahl:

Die Linke33,3%
SPD29,0%
Die Grünen23,1%
CDU21,3%

Die ganz schlimmen Sachen sind, wie unschwer zu erahnen, bei der CDU angesiedelt. Die Grünen glänzen öfter mal mit exquisiter Auswahl, der gewisse Nerdigkeit vorausgehen muss.

Was der Rolling Stone ganz gut gemacht hat, ist die Gegenüberstellung von Pressefoto und Albumcover. Das ist teilweise wie Hund und Frauchen/Herrchen. Die Möglichkeit für die Befragten, die eigene Wahl auch noch zu kommentieren, würzt die Übersicht zusätzlich.

Hier unsere TOP5








und hier die FLOP 5
(Die eigene Kommentierung hat teilweise den entscheidenen Beitrag für die Top-Platzierung geleistet.)








Einen Spezialpreis gewinnt Manfred Zöllmer (SPD) für das größte Tonträger-Nerdtum.


Es sei empfohlen sich auf den Seiten des Rolling Stone durch die ganze Galerie zu klicken, das ist durchaus aufschlussreich.

Unsere höchst aufwendige Auswertung kann selbstverständlich als seriöse Wahlempfehlung verstanden werden. Musikgeschmack ist ja immer auch eine Frage des Charakters, und wer als Lieblingsstück Die Walküre angibt, hat entweder einen feinen Humor, oder sollte eher nicht in ein Parlament gewählt werden. Wer hingegen gerne Jens Friebe hört, kann kein schlechter Mensch sein.

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