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Mittwoch, 31. Dezember 2014

Der Was-wir-doch-eigentlich-noch-gerne-gesagt-hätten-Jahresrückblick

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2014 war sehr gut zu mir (Christian) – rückblickend gab es deutlich mehr positive Begebenheiten als unschöne Erlebnisse. Die Tante Pop konnte nicht mehr unsere ungeteilte Aufmerksamkeit der letzten Jahre bekommen, was schon an der Anzahl der Beiträge zu erkennen ist. Was wir allerdings veröffentlicht haben, kann sich sicher sehen lassen. Die Kolumne Musik & Nebenwirkungen gab es in sieben Ausgaben, mit allerlei unterschiedlichen Themen, die schon lange einmal abgehandelt werden sollten. Einige Beiträge sind nicht fertig geworden, beispielsweise einer über Depressionen in der Musik oder ein Beitrag über die Bedudelung im Einzelhandel. 

Wir hatten dieses Jahr ein kleines Interviewprojekt mit einer sehr interessanten Idee (nicht ganz neu, aber umso liebenswerter) in Planung, haben es aber letztendlich (noch) nicht umgesetzt. Es sind meistens nicht gleich ganze Projekte, welche an Zeit und Geduld scheitern. Vor allem über besonders schöne Konzerte sollte berichtet werden, aber es schreibt sich sehr schwer über ein Konzerterlebnis. Schon die Albumbesprechung (Sorry Mutter, ihr hättet wirklich eine Lobhudelei verdient) ist tückisch und wird nicht immer fertig gestellt, doch Konzerte in Worte zu fassen erscheint ungleich schwieriger und oftmals unnötig. Und wenn man sich dann doch einmal unbedingt daran machen will, dieses eine Konzert zu beschreiben, um der Welt mitzuteilen, WIE grandios es war - dann fehlen die Worte. Dieses uralte Problem eben. Wenn man es dann aber doch einmal schafft, kann man es natürlich bei der Tante lesen. Auch haben wir noch zwei Interviews in der Hinterhand. Mit unglaublich tollen Bands. Aber die Zeit fehlte. Rumheulen möchten wir jetzt aber nicht. Eher - euch für's nächste Jahr ködern. 2015 wird (wieder mal) alles besser. Hoffe ich. (Rita)

Einige andere Sachen sind ebenfalls aus Zeitgründen aufgeschoben worden, werden aber höchstwahrscheinlich 2015 ihren verdienten Platz finden. Bands wie Les Trucs und Dziuks Küche müssen endlich gewürdigt werden, und wunderbare Projekte wie Neno & the jule thief und  We're only made of snow bringen 2015 ihre Debutalben raus. Wir werden dafür sorgen, dass das keinem entgeht. 

Aufgeschoben wurde in den Jahren zuvor natürlich auch immer wieder, aber einige Punkte auf der vergilbten und verstaubten To-Do-Liste konnten dann doch noch umgesetzt werden, wie etwa ein Artikel über die obskure Geschichte von Pianosaurus, eine längere Rezension zu Klaus Miehlings Standardwerk der pazifistischen Liedkunst, oder eine Sammlung schräger Interviewsituationen.

Christians musikalische Phasen galten 2014 eher der Popmusik der 60er Jahre. Für einen Artikel über The Zombies und ihr erstaunliches Comeback hat es bislang nicht gereicht, er wäre allerdings noch fällig. Ähnlich verhält es sich mit den Beach Boys. Ihnen hätte ich gerne noch etliche kleine Beiträge mehr gewidmet, aber das hätte wohl zu weit geführt – beispielsweise zu den Barberettes.

Ritas 2014 hat irgendwie nicht so wirklich Musik gehabt. Also doch, natürlich schon. Jedoch ist kaum etwas hängen geblieben. Wenn es dann doch einmal geschah, war es auch schnell schon wieder vergessen und diese 'Ich-kann-Musik-nicht-mehr-so-fühlen-wie-früher-Krankheit' wurde diagnostiziert. Doch dann kamen Wanda. Die Liebe war gerettet und ich glaube nun an 2015. Wie gesagt: alles wird besser. 

Im Rückblick gab es dann auch noch einige Sachen, über die man gut und gerne wohl überlegte Texte hätte schreiben können, die vor glühender Begeisterung nur so gestrotzt hätten: eben über Wanda schreiben und warum sie es schaffen, dich mit nur einem Lied um den Finger zu wickeln und dann auch noch auf Albumlänge fix und foxi zu machen. Warum Junip und allen voran José González die aufregendsten unaufgeregten Musiker überhaupt sind. Oder auch warum Foxygen auch machen können was sie wollen - wir werden sie immer lieben. 

Aber auch Enttäuschung wäre dabei gewesen: Okkervil River ist zwar noch die Lieblingsband, kann aber nach einer tragischen Begegnung mit Will Sheff immer noch nicht ohne Schmerz gehört werden. Der Brief an den guten Mann steht noch aus. 

Ekel hätten wir dann aber auch noch parat: für all die braunen Deppen, die uns so furchtbar wütend machen. Hogesa, Pegida, wieauchimmersichdiesedummenabkürzungsauswütungen auch schimpfen lassen. Nein, ihr seid nicht rechts. Und ja, die Presse lügt. Euer Thesenpapier ist nicht ausländerfeindlich und genau, ihr möchtet gerne Flüchtlinge aufnehmen. Aber nur die guten. Die schlechten bitte vorher selektieren. Was mich an der ganzen Sache jedoch am Traurigsten macht: all diese Menschen, die sich Teil unserer Kultur schimpfen oder ihr zugerechnet werden: wo bleibt die Reaktion? Also die im großen Ganzen? Lieber ein Lied gegen Pegida, als für eine Pseudo-Charity-Aktion. Jan Böhmermann hat da glücklicherweise kurzerhand mal eingegriffen.

Kunst und Politik ist sowieso kein Widerspruch, und deshalb findet bei der Tante auch immer die politische Haltung ein Zuhause. In Zeiten, in denen der braune Mob durch die Straßen zieht, Flüchtlingsheime angezündet werden und die Politik sich mal wieder drückt, müssen auch hier dann und wann deutliche Worte geschrieben werden. Mit 'Fuck you Frontex' haben wir im November bereits Stellung zum Ersten Europäischen Mauerfall des Zentrums für politische Schönheit genommen. Wir werden es uns auch nicht nehmen lassen, 2015 zur ganzen asozialen 'Das wird man doch noch sagen dürfen'-Fraktion deutliche Worte zu verlieren. Und wir werden uns von den Deppen nicht das Jahr 2015 vermiesen lassen. 

Zurück in die Zukunft. Mit der Tante. Bis denn dann.


P.S. Ach was solls, ich (Christian) schmuggel das noch schnell in den Artikel, um dem Drang nach mehr Beach Boys nachzugeben...

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