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Mittwoch, 9. Mai 2012

Eine ungewöhnliche Ode an ein Lied: Nancy Sinatra - Bang Bang (My Baby Shot Me Down)

Kommentare :
Es ist ja so, dass es hin und wieder Lieder gibt, die lassen einen einfach nicht los. Wenn man sie hört, meint man, es würde einem den Atem verschlagen. Vielleicht ist das aber auch ganz genau so. In dieser losen Serie möchte ich nun Lieder vorstellen, die [meiner sehr subjektiven] Meinung nach eben diese Reaktion auslösen. Und sie nennt sich eine ungewöhnliche Ode, weil ich es mir erst gar nicht anmaße, in Strophen oder mit festem Metrum zu schreiben. Das geht ja auch auf keine Kuhhaut.

Man mag ja von dem Musikgeschmack der Eltern viel halten. Aber manchmal, ja manchmal, da nimmt man auch aus dem Schrecklichsten Plattenschrank die ein oder andere gute Erinnerung und damit zuweilen auch gute Musik mit.
Ich war vielleicht fünf, hatte von Englisch natürlich keine Ahnung. Aber Kassetten, die fand ich unglaublich interessant, vor allem aber, was auf ihnen zu hören war. Und so war ich  nach einiger Zeit wohl (ungewollt) sehr bewandert auf dem Gebiet solcher (grausigen) Bands namens Smokie, Rod Stewart oder Chris De Burgh. Doch da gab es eine Kassette, da sang plötzlich zwischen all diesen weichgespülten Männern (als Kind war ich eher Fan von Slade oder Thin Lizzy) eine Frau. Immer wieder verstand ich "Bang Bang"- großartig war das! Natürlich hatte ich keine Ahnung, worum es da ging, aber das war mir ja auch völlig egal. Es klang jedenfalls mal anders und es war witzig, so ein "Bang Bang" zu singen und mit der Spielzeugpistole von Karneval den wilden Westen nachzuspielen. Oder so ähnlich. Was ich zu dieser Zeit auch nicht wusste: das Lied wurde von Cher gesungen und ihr Mann Sonny Bono hatte es ihr geschrieben. War mir ja auch recht egal. Hauptsache, man konnte gut zu der plötzlich immer schneller werdenen Melodie durch die Wohnung hüpfen und die Eltern in den Wahnsinn treiben. Juhu!

Einige Jahre später hörte ich dieses Lied dann wieder. Es war, als würde mir jemand einen Film vor dem inneren Auge vorspielen, wie ich als Kind durch die Wohnung hüpfte. Ein weiterer Grund, Musik so großartig zu finden - denn sie schafft nunmal solche Momente. Doch es war eine andere Version. Und obwohl sie ziemlich reduziert (im Vergleich zum Original, das ebenso wie die Version von Nancy Sinatra 1966 erschien) war, war ich zugleich fasziniert. Die Art, wie diese Gitarren sich winden - als würde man sie durch einen Verzerrer schicken und dann wiederum durch ein Telefon hören. Grandios! Dazu die Stimme von Nancy Sinatra, die ganz unaufgeregt davon berichtet, wie sie erschossen wurde. Ha! Ihre Stimme ist so gegensätzlich zum Text, ihre Art so erhaben. Und dann nur diese immer wieder vor sich herstolpernde Gitarre. Manchmal kann es eben auch erfrischend sein, mal etwas wegzulassen. Oder sich auf das Nötigste zu beschränken. Plötzlich erscheint die als Kind so geliebte Version von Cher fast schon überladen, ja gar überheblich. 

Dass Quentin Tarantino diese Version der großartigen Nancy Sinatra in Kill Bill Volume 1 verwendete, dürfte dem Lied im Nachhinein zu einem ganz speziellen Ruhm verholfen haben. Völlig zurecht wurde eben diese Version benutzt und völlig zurecht wurde es 37 Jahre, nachdem es das erste Mal erschien, wieder von vielen Leuten gehört. Es sollte so eine Art Compilation von besonderen Liedern geben, die sich jeder Jugendliche/junge Erwachsene mal anhören muss. Um auch sicher zu gehen, dass niemand auch nur irgendwelche Perlen der Musikgeschichte verpasst (was die Rezipienten dann von den Liedern halten, bliebe dann ihnen überlassen - natürlich). Jedenfalls würde ich dafür plädieren, dass dieses großartige Lied in dieser sehr faszinierenden Version auf dieser Compilation vertreten ist. Jawohl!


Kommentare :

  1. kann ich wieder nur mal unumwunden zustimmen...
    Anzumerken sei, dass der Abgang von der Bühne ja auch extraordinär ist.

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  2. Ja da kann auch ich mir nur anschließen. Es gibt eben lieder die menschen dazu verdammen mal ruhig zu sein und genau hin zu hören. Obwohl ich die version von cher erst im nachhinein gehört habe und es sich in meinen ohren echt gruselig anhört (ich habe es nie bis zum schluß durchgehalten).

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