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Montag, 5. September 2011

Vismets - "In zehn Jahren sind wir hoffentlich in der Rock and Roll Hall of Fame!"

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Vismets 2011
Eine belgische Band namens Vismets hat es sich zum Auftrag gemacht, die Leute zu erfreuen. Mit ihrer Musik, versteht sich. In Belgien sind sie schon ziemlich bekannt, hier müssen sie sich das noch erarbeiten (am 16. September erscheint ihr Debüt "Gürü Voodo" hier in Deutschland).
Wie sie das machen wollen, was ihr Name eigentlich bedeutet und wo die Vismets in zehn Jahren gerne wären - all das erzählte Sänger Dan Klein der Tante!


Tante Pop: Zuallererst muss ich diese Frage stellen, auch wenn die Antwort vielleicht offensichtlich ist. Woher kommt eurer Bandname, was bedeutet "Vismets"? Hat er eine besondere Bedeutung für euch?


Dan Klein: Das Wort "Vismets" ist ein Wort aus dem Dialekt, der in Brüssel gesprochen wird. Das Wort wurde in den 1960er Jahren für Außenseiter der Gesellschaft benutzt - meist für kleine Gangster, die nicht wirklich etwas Schlimmes angestellt haben. Sie hingen eher den ganzen Tag auf der Straße herum und stellten hier und da mal ein wenig Blödsinn an. Aber wirklich kriminell waren die dann doch nicht. Als ich vor ein paar Jahren einen MySpace-Account für meine Musik angelegt habe, ist mir "Vismets" als erstes eingefallen - und der Name ist geblieben.

Tante Pop: Eure erste Single "Wasted Party" erinnert sehr stark an "Tunderstruck" von AC/DC. Soll das eine Art Hommage sein?

Dan Klein: Um ehrlich zu sein hören wir nicht wirklich exzessiv AC/DC oder sind besonders große Fans. Heutzutage passiert ja viel über Remixes oder Mashups - frei nach dem Motto "Alles ist möglich". Das hatten wir so nicht geplant, aber so ist dann auch "Wasted Party" entstanden. Wir waren im Proberaum, spielten dies und das, hatten Spaß und plötzlich ist das Lied um das Riff von Thunderstruck entstanden. Wir hatten so viel Spaß dabei, dass wir dachten, es wäre cool, es dabei zu belassen. Denn warum sollte es nicht so bleiben, wenn man selbst daran Spaß hat, auch beim Zuhören.

Tante Pop: Was würdest du denn sagen sind die wichtigsten musikalischen Einflüsse für euch als Band?

Dan Klein: Jede Musik, jede Band, die ich höre, beinflussen mich musikalisch. Ich war schon als kleines Kind sehr an Musik interessiert und habe alles aufgesogen, was ich hörte. Ich würde sagen, dass Pink Floyd da einen sehr großen Einfluss auf mich hatten und natürlich so gut wie alle Lennon/McCartney Kompositionen. Aber ich könnte nicht sagen, dass irgendeine bestimmte Band oder Musikrichtung mich besonders beeinflusst hat, da ich mit ziemlich unterschiedlicher Musik aufgewachsen bin.

Tante Pop: Wie sieht es aus, wenn Vismets einen Song schreiben, wo kommen eure Ideen her?


Dan Klein: Das sind Sachen aus dem ganz alltäglichen Leben, die einem passieren. Aber auch Filme, Bilder oder Gemälde können da manchmal Ideengeber sein und irgendetwas in mir auslösen, dass ich ein Lied darüber schreiben möchte. Ein großer Teil unserer Lieder ist ja fiktional, manches aber auch sehr persönlich. Ich versuche da eine gute Balance zwischen Phantasie und Realität zu finden, die es für den Hörer und auch uns selbst interessant macht.
Generell sieht Songwriting bei uns so aus, dass ich irgendetwas zu Hause aufnehme, wenn ich eine Idee habe, vielleicht einen Chorus dazu baue. Dann setze ich mich meist mit den anderen zusammen und wir schauen was passiert, welche Ideen sie haben, und dann beenden wir den Song gemeinsam.


Tante Pop: Als Band - wie wichtig ist euch das Touren? Ist es mehr eine schöne Nebensache oder doch eher harte Arbeit? Wie geht ihr damit um?

Dan Klein: Das Durchschnittsalter in der Band ist 30 - wir sind quasi schon als Jugendliche miteinander unterwegs, unsere Band ist quasi live geboren - so sind Vismets entstanden. Wir versuchen natürlich, die speziellen Momente auf Tour in Erinnerung zu behalten, um die Tour an sich zu etwas Besonderem zu machen. Deswegen machen wir auch immer etwas Anderes auf der Bühne, versuchen es nicht zur Routine werden zu lassen. Dann haben wir auch richtig viel Spaß an der Sache. Und wir haben natürlich das Glück, dass wir alle so gut miteinander auskommen, der zwischenmenschliche Aspekt ist beim Touren natürlich auch immer wichtig. Ich glaube, wir sind einfach stolz, so etwas erleben zu können und es so zu erleben, wie eine Gruppe von Freunden, die sich trifft und Spaß hat.

Gürü Voodoo (Roy Music/Rough Trade Distribution)
Tante Pop: Wie fühlt es sich denn an, wenn nach getaner Arbeit das Album endlich veröffentlich wird?

Dan Klein: Das ist wirklich gut. Aber irgendwie auch ein zweigeteiltes Gefühl - weil man ja weiß, dass das, was man da jetzt geschaffen hat, für immer bleibt und nicht mehr verändert werden kann. Und es ändert auch die Art und Weise, wie man selbst Musik schreibt. Denn der Gedanke daran, dass dies jetzt wirklich von Leuten gehört wird, ändert ja auch die Herangehensweise. Am Anfang habe ich ja immer für mich selbst Musik geschrieben und jetzt weiß man, dass da Leute zuhören, das ist schon etwas Anderes.


Tante Pop: Für jemanden, der sich in der belgischen Musikszene nicht auskennt - wie würdest du sie beschreiben?

Dan Klein: Die belgische Musikszene ist wirklich gut. Und das meine ich jetzt nicht nur, weil ich ja selbst Teil dieser Szene bin. Es ist eine ziemlich große Szene, wir haben viele tolle Bands und einige sind auch im Ausland sehr bekannt, wie zum Beispiel dEUS oder Ghinzu. Hier sind alle wirklich sehr aktiv und bilden - metaphorisch gesprochen - eine Mauer, auf der andere wiederum aufbauen können, man unterstützt sich.

Tante Pop: Nerven euch solche Vergleiche mit Bands wie dEUS?

Dan Klein: Wenn man ehrlich ist, haben wir Nichts mit dEUS gemeinsam. Vielleicht die Art und Weise wie unsere Karriere aufgebaut wird - unser Manager war auch mal ihr Manager. Aber dEUS sind viel größer, schon viel weiter, als wir es sind.

Tante Pop: Wie würdest du eure Musik beschreiben?


Dan Klein: Ich würde sagen, sie ist ein Mix aus Rock mit starken Beats, manchmal aber auch tanzbaren Einflüssen. Wenn man sich das Album anhört, ist es wie eine musikalische Reise. Das Album beginnt eher ein bisschen härter, dann kommen tiefgründigere Stücke und dann auch Musik zum Tanzen. Was sich durch das ganze Album zieht, ist die Melancholie. Jedes Lied beinhaltet eine gewisse Melancholie und würde man jedes einzelne Stück auf Klavier spielen, würde man das auch sofort merken.

Tante Pop: Wo siehst du die Vismets in zehn Jahren?


Dan Klein: Hoffentlich in der Rock'n'Roll Hall Of Fame! (lacht) Sonst würde ich mit der Musik auch sofort aufhören. Aber jetzt mal im Ernst: Ich hoffe, dass wir bis dahin noch Einiges erreicht haben, vielleicht um die ganze Welt reisen und unsere Musik spielen. Vor allem sollte es immer noch so sein, dass die Arbeit und der Spaß an der Musik sich die Waage halten - das ist das Wichtigste.

Vismets bei MySpace

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