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Freitag, 16. Dezember 2011

What is 'Indie' anyway? (5) - Eine Gastbeitragsreihe.

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Nun gut, wir geben es zu. Wir greifen hier ein Thema auf, mit welchem sich bereits viele Menschen auseinander gesetzt haben. Doch meistens ist es ja so, dass sich selbsternannte Experten dazu auserkoren sehen, genauestens zu bestimmen, was Indie ist und das, was es ihrer Meinung nach nun eben nicht ist, anzufeinden.

Die Tante und wir dachten jedoch, es wäre ziemlich interessant einfach mal verschiedenste Meinungen zu diesem Thema zu sammeln und sie unkommentiert stehen zu lassen. Man kann sich ja dann schließlich selbst eine Meinung dazu bilden.

Daher befragten wir Musiker, Blogger, bloggende Musiker und musizierende Blogger zum Thema Indie.
Daniel Decker ist seines Zeichens Musiker, ebenso wie Blogger (für Jahrgangsgeräusche und auch Kotzendes Einhorn). Eine spannende Kombination, wie wir finden. Ebenso, wie eine spannende Meinung zum Thema. Doch lest selbst.

Liebe, Äther und Independent

Der größte Irrtum an Independent ist ja, dass es eine Musikrichtung sei. Dabei ist es eigentlich eine Veröffentlichungspolitik. Unabhängig der Majors, DIY, whatever.

Dabei sind viele unabhängige Produktionen mittlerweile auch weit weg vom DIY-Gedanken. Statt einem sympathischen „Das kannst Du auch!“ kriegst du ein hämisches „Versuch’s doch mal“ entgegen geschleudert mit dem Wissen, dass Du weder Knowhow noch Kapital dafür hast. Ich hab’s versucht. Auf allen Ebenen - habe Label, Bands, Tourneen und Fanzines gemacht. Mit mäßigem Erfolg aber hoher Fehlerquote. Ich habe Geld verpulvert und das für das Ziel der Selbstverwirklichung. Und das war und ist es immer noch wert. Aber ist das Independent? Ist das nicht eher Idealismus? Oder Träumerei?

Oder meinetwegen als Schreiber. Mit meinem Blog, ich mache was ich will, bin mein eigener Redakteur und schaffe mir eine eigene Enklave. Ist das unahängig? Independent? Oder vielleicht eher Selbstständig. Übrigens arbeitete ich bis vor wenigen Monaten stets als mein eigener Chef, war ich damals wohlmöglich ein Independent-Entwickler?

Auch der Irrtum, dass es was Neues sei, muss getilgt werden. Sun Records, die Johnny Cash und Elvis entdeckten war ein Indie-Label – das war in den 50ern. Natürlich hat dann in den 70ern der Punk sein übriges getan, aber denkt mal an die Shaggs. Das war noch 1969 als Papa Wiggin 1000 Platten pressen lies um seine Mädchen zu Popstars werden zu lassen und so grandios scheiterte. Also ist Indie älter als ich und vermutlich auch Du.

Letzten Endes ist das auch nur eine Schublade und wenn Schubladen schon sein müssen, dann mache ich lieber eigene auf. Indie is dead, weil es nie lebte. Nenn es lieber DIY, Punk oder wie Du magst. Independent klappte in dem Moment nicht wo Major-Bands als Indieproduktionen bezeichnet wurden.

Und bevor Du genervt bist, das hat nichts mit dem bescheuerten „Punk is dead“ zu tun, der isses nämlich nicht. Das Genre das uns nervt ist Punkrock, Punk selbst ist wie Hip Hop ein Lebensgefühl, eine Einstellung und Philosophie. Es hat nur damit zu tun, dass es eine Semantikverschiebung gab. Das Wort steht nun für alles und nichts und das ist das Schlimmste was einem Wort passieren kann. Und wir müssen nun die Top 3 festlegen. Liebe, Äther und Independent. Wer gewinnt?!

Lest hier die anderen Gastbeiträge:


What is 'Indie' anyway? (4) [Martin Schröter/ Korn & Sprite]
What is 'Indie' anyway? (3) [Sabine]
What is 'Indie' anyway? (2) [Zloty Vazquez/ Jahrgangsgeräusche]
What is 'Indie' anyway? (1) [Jens Friebe/ The Papertiger Sound]

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