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Sonntag, 11. Dezember 2011

Show me yours, I'll show you mine - Doctorella "Ich hol dich aus dem Irrenhaus"

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Doctorella
Wir möchten uns gegenseitig Musikvideos ans Herz legen, in der Hoffnung, dass auch unsere Leser vielleicht das ein oder andere Musikvideo entdecken, das ihnen gefällt und sie bis jetzt noch nicht kannten. Denn oft ist es ja so, dass die mitreißendsten Lobeshymnen für ein Musikvideo entstehen, wenn man jemand anderem näher darlegen möchte, warum gerade dieses Video so wundervoll ist.


Werte Rita!

Zuallererst muss ich feststellen, dass ich eigentlich für demnächst ein wirklich sehr ähnliches Video besprechen wollte. Zum einen zeigt mir das erfreulicherweise ähnliche Ästhetikempfindungen, andererseits hege ich nun berechtigte Zweifel ob des Nutzens der Vorstellung meines Videos. Vielleicht lasse ich es, sonst Copy+Pasten wir irgendwann unsere Texte.

Das Lied kommt mir wie so ein Teenageschmerz-Lied vor, was bei bis zu, sagen wir mal 20jährigen großes Identifikationspotential hat. So nach dem ersten echten Herzschmerz, oder den Veränderungen des Freundeskreises. Manchmal, ganz besonders in solchen Phasen, erträgt man wohl einfach keine anderen Lieder. Dafür eignet sich das sehr gut und ist wohl auch das Video gemacht. Indiemäßig nachdenklich dreinschauende Band und melancholische Naturbilder. Ich mag das Video, muss aber sagen, ich persönlich fände es ohne Band besser. Es mag fantasielos klingen, aber ich finde es etwas sehr affig mit einer uneingestöpselten E-Gitarre im Wald zu stehen und ganz ernsthaft so zu tun, als würde man ein Lied trällern.

Ich bewundere die Mühe, die darin steckt. Allein diese Mauer - wow. Sehr beeindruckend. Es ist eine undankbare Kombination - ein an sich sehr schlicht wirkendes Video, was wahrscheinlich irre aufwändig war.

Ich hol dich aus dem Irrenhaus, ich pflück dir einen Blumenstrauß...

Ha! Auf dieses Video freue ich mich schon seit Tagen. Aber warum? Weil es die einzige Möglichkeit ist jemanden zu zwingen sowas von Anfang bis Ende anzuschauen? Das wäre ganz schön sadistisch. Vielleicht eher weil mich das Video begeistert, obwohl oder weil es etwas anders ist als andere Musikvideos.

Was sehen wir?
Rauchende Frau legt die Zigarette beiseite und geht zum Waschbecken, dreht das Wasser auf, wäscht sich die Hände, und geht ohne das Wasser wieder abzudrehen wieder zurück. Dirndl-Frau kommt rein, dreht das Wasser ab und tanzt extrovertiert mit sehr nettem Gesichtsausdruck ein bisschen im Raum rum, allerdings vollkommen unbeachtet von der rauchenden Frau. Das enttäuscht sie und sie verschwindet wieder. Diese ganze Szene wiederholt sich ein paar Mal und findet nur ganz am Ende eine Abwandlung.

Was hören wir?
Ein sehr an Tocotronic erinnerndes Lied, mit einem Text über Wahnsinn. Die Ich-Erzählerin singt über eine Person, die ernsthafte Probleme im großen Feld der Depressionen und anderen mentalen Problemen zu haben scheint. Offenbar möchte die Erzählerin das ernsthafte nicht sehen, sondern fühlt sich zu der Person hingezogen. Die Frage aller Fragen in solchen Situationen ist doch, wie kommt man an solche Menschen verbal heran - ohne dass man einfach ignoriert wird / scheitert. 

So kommen wir wieder zum Video. Dirndl-Frau versucht es ja immer im Guten, dreht das Wasser ab, ist nicht böse, sondern versucht sehr nett zu sein und gibt ihr bestes. Nur, Raucher-Frau schaut einfach nicht hin. Am Ende gibt es dann die Wendung, eine andere, persönlichere Herangehensweise. Inwiefern das auf irgendwas übertragbar ist lasse ich mal im Raum stehen. Aber eine Frage hätte ich noch an dich: Was bedeuten die Brötchen?

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