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Sonntag, 10. Juni 2012

Eine ungewöhnliche Ode an ein Lied: The Undertones - Teenage Kicks

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Es ist ja so, dass es hin und wieder Lieder gibt, die lassen einen einfach nicht los. Wenn man sie hört, meint man, es würde einem den Atem verschlagen. Vielleicht ist das aber auch ganz genau so. In dieser losen Serie möchte ich nun Lieder vorstellen, die [meiner sehr subjektiven] Meinung nach eben diese Reaktion auslösen. Und sie nennt sich eine ungewöhnliche Ode, weil ich es mir erst gar nicht anmaße, in Strophen oder mit festem Metrum zu schreiben. Das geht ja auch auf keine Kuhhaut.

Huch. Was will das Lied denn nun? Ist es Popmusik? Ist es Punk? Das ist doch ganz egal!
Denn die ersten fünf Sekunden schaffen es, dass du es mindestens doppelt so laut hören möchtest (und es wahlweise zum Leidwesen deiner Nachbarn auch wirklich so laut hörst). Es nimmt dir die Sprache. Das Einzige, was du noch so wirklich machst, ist mindestens mit dem Bein zu wackeln, doch aller Wahrscheinlichkeit nach hat es dich nach zwanzig Sekunden so weit, dass du dich ganz schön komisch durch die Gegend bewegst. Außer aber, du kannst tanzen.
Und da ist sie auch wieder: die besondere Stimme, die weiß, wie sie dich um den Finger wickelt. Feargal Sharkey (dem man nach Teenage Kicks nun wirklich alles verzeihen möchte, sogar das hier) hat so einen vibrierenden Tenor, dass man fast glauben könnte, er habe entweder einen elektronischen Rasierer oder eine Flasche Whiskey und hundert Packungen Zigaretten pro Tag verschluckt. Der gute Mann muss noch nicht einmal schreien, um deine Aufmerksamkeit zu bekommen.
Es ist keine große Poetik, die der Text von Teenage Kicks an den Tag legt. Doch im Zusammenspiel mit diesen leicht aggressiven und doch eigentlich ja nur begehrenden Gitarren wirkt das ganze dann plötzlich wie die reinste Poesie. Und ein wenig Poetik mag man dem Text dann doch unterstellen. "A teenage dream's so hard to beat." Wie wahr, wie wahr!
Der gute Bursche und seine Kumpanen besingen doch einfach nur, was wahrscheinlich so ziemlich jeder Teenager (und auch so mancher, als erwachsen geltender, Mensch) mal im Kopf hat. Diese Verzweiflung, nicht das machen zu können, was man will - wenn man es gerade doch so gerne machen würde. Kompliziert! Aber so ist das Leben eines Teenagers nun einmal. Es ist jedoch zu sagen, dass es nun auch nicht verwerflich ist, jung zu sein und das Leben zu genießen! Hau auf die Pauke, mach was draus! The Undertones glaubt man jedenfalls, dass sie diesen Rat befolgt haben - auch wenn sie anscheinend wissen, dass nicht immer alles so schön sein wird, wie man es sich erträumt. Und in meiner Vorstellung sind all die Teenage Kicks und in den Kneipen verrauchte Stunden der Grund dafür, dass Feargal Sharkey so eine wundervolle Stimme hat, die fast noch verwunderlicher als die von Noddy Holder ist.
Ein weiterer Grund, dieses Lied so zu lieben, ist, dass es dir immer wieder verdeutlicht, dass du auch später noch schlafen kannst. In der Zwischenzeit: geh' raus und mach was. Wahlweise einfach nur Spaß haben. 
Ich kann verstehen, warum es John Peel's Lieblingslied war. 

 

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