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Montag, 21. Mai 2012

Musik und Nebenwirkungen: Wenn Bushido Fracks tragen würde, wäre er auch kein Musiker, aber besser angezogen.

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Damals war der Vintage-Schwarz-Weiß Effekt angesagt - die Goldenen 20er
Quelle: www.berliner-untergrundbahn.de/
Laue, sternenklare Sommernächte sind toll. Wenn man den hitzigen Tag mit den ganzen gereizten Großstadtbewohnern und überreizten Touris überstanden hat heißt es die nächtliche Abkühlung hedonistisch zu nutzen. Ich nutzte den späten Abend diesmal in Form von Open-Air-Kino. Midnight in Paris, der obligatorische jährliche Woody Allen Film. Ein Mann muss mit unsympathischer Begleitung in Paris verweilen und träumt von der goldenen Zeit der 20er Jahre. Plötzlich findet er sich tatsächlich auf mysteriöse Weise, wie das nunmal so im Leben passieren kann, zwischen Hemingway, Picasso und Scott Fitzgerald wieder. Es waren schöne Grammophone zu sehen und Cole Porter zu hören – da möchte man doch glatt in den 20ern...halt, Moment, die Botschaft des Films ist ja ganz anders. Jedenfalls, ich wollte eigentlich vom U-Bahn-Musiker-Erlebnis berichten.

Selbstverständlich gibt es in solchen Nächten auf einem 4-Stationen-Weg mindestens 1x musikalische Unterhaltung. Normalerweise hat es immer etwas mit Instrumenten zu tun, aber diesmal rappte sich einfach jemand durch das Abteil und über die Leute, die er gerade sah. Am Anfang dachte ich, wow, gewagtes Konzept. Man braucht erst ein paar Sekunden um zu realisieren, dass nach hunderten U-Bahn-Abteilen sich die Mensch-Varianten permanent wiederholen und sich so mit wenigen Textbausteinen Spontanität vortäuschen lässt. Was mir am meisten imponierte – mit Bierflasche in der Tasche und der Frage nach Lebensmitteln, Geld oder Kippen gab es für die paar schlechten Reime jede Menge Knete. Wenn der das ein paar Stunden pro Tag durchzieht dürfte er nicht Hunger- bzw. Kippennot leiden.

Was sagt uns das? 1. Instrumente lernen ist für Idioten. In einem Bruchteil der Zeit kann man sich ein paar schlechte Reime zurechtlegen und schnell sein Monatsticket und jede Menge Alkoholika errappen. 2. Das wäre auch schon in den 20ern gegangen. Vermutlich war da die Straßenmusikerkonkurrenz längst nicht so groß, d.h. wenn man zurückreisen könnte sollte man auf jeden Fall über U-Bahn-Fahrgäste rappen und so die Reichsmark sprudeln lassen. Nur für den Fall dass das passiert schreibe ich 'U-Bahn-Rap' fett in mein To-do-Buch für plötzliche Zeitreisen.

Die Zeilen sollten natürlich zeitgemäß sein, das Niveau kann zeitlos bleiben.

Hey Du Fräulein mit der Knickerbocker
Du bist ein echter Schocker
Ziehst Dich an
Wie ein Mann
Das ist total Hip
Und ich gebe dir noch einen Tipp
Mit Zigarette und Pagenschnitt
Wärst Du auch Hundert Jahre später ein Hit
Doch vorm Sex dir einiges bleibt erspart an Leid
In Hundert Jahren herrscht Zwang zur Schamhaarlosigkeit

Joah, das dürfte mindestens alle 5 Minuten einige Märker geben. Ich hätte noch reichlich mehr, aber auch wenn ich jedem einzelnen meiner LeserInnen (insbesondere, zugegeben, den Innen) zu Füßen liege – wenn der Ernstfall eintritt möchte ich doch meine Existenzgrundlage nicht an alle verraten. Ihr habt sicher Verständnis dafür. Gegen 50 Mark (oder sonstiger Annehmlichkeiten) bekommt aber ein jeder von mir ein wunderschönes Liebespoem gedichtet. Mail an dieabenteuerdertantepop@gmail.com. Stichwort: Sei mein Liebesrapper

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