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Donnerstag, 24. Mai 2012

Eine ungewöhnliche Ode an ein Lied: Pond - You Broke My Cool

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Es ist ja so, dass es hin und wieder Lieder gibt, die lassen einen einfach nicht los. Wenn man sie hört, meint man, es würde einem den Atem verschlagen. Vielleicht ist das aber auch ganz genau so. In dieser losen Serie möchte ich nun Lieder vorstellen, die [meiner sehr subjektiven] Meinung nach eben diese Reaktion auslösen. Und sie nennt sich eine ungewöhnliche Ode, weil ich es mir erst gar nicht anmaße, in Strophen oder mit festem Metrum zu schreiben. Das geht ja auch auf keine Kuhhaut.

Der Mensch sehnt sich gerne nach dem, was er nicht hat. Und vielleicht sehnt er sich auch manchmal danach, in einer anderen Zeit zu leben. "Früher war alles besser." Ist klar. Wann genau früher? Nun ja. Zumindest zu der Zeit, als die Musik entstand, die Pond machen, da muss es "besser" gewesen sein. Oder zumindest muss es eine Zeit gewesen sein, in der ziemlich viele Menschen ziemlich viel Spaß hatten. Wo auch immer man Pond nun musikalisch einordnen will - es ist einfach unfassbar welch ein Gefühl von 'das-ist-doch-schonmal-dagewesen' und 'so-etwas-habe-ich-in-meinem-Leben-noch-nicht-gehört' sie auslösen. Ob das nun musikalisch in der Vergangenheit oder Zukunft zu verordnen ist, ist aber eigentlich auch egal. Denn sobald You Broke My Cool mit dieser dein Herz kurz stocken lassenden Hammond Orgel beginnt, ist es endlich mal die Gegenwart, die zählt.
Auch, wenn es inhaltlich in dem Lied darum geht, dass der junge Mann sein Herz verloren hat, weil eine gewisse Dame nun eben mal seine coole Art zerstört hat (einfach durch ihre schiere Präsenz!) und er sie niemals erreichen wird - das Lied schmerzt nicht. Es zeigt nur einfach, dass es solche Gefühle wie das gebrochene Herz gibt. Aber solange man sie in solch eine Wand aus Musik packen kann, dann immer her damit! 
Schließlich sind es diese gewagten Gitarrensoli (ein recht unschönes Wort), und (Obacht!) diese Querflöte, die die Ohren so sehr betören, dass es einfach nicht schmerzen kann, sondern die reinste Freude ist, You Broke My Cool zuzuhören. Noch nie - und das möchte ich hier felsenfest behaupten - ist eine Querflöte jemals schöner eingesetzt worden! Ein nicht zu unterschätzendes Instrument!
Und ganz am Ende, wenn das Lied plötzlich noch einmal so richtig laut wird und sich in den verrücktesten Frickeleien verliert, verliert es sich ganz. Und lässt dich zurück mit dem Gedanken, dass der junge Mann sicherlich an dem gebrochenen Herzen zu knabbern hat - man aber irgendwie dankbar dafür ist. Doch man spürt jetzt auch seinen Schmerz. Freude und Leid können nunmal so nah beieinander liegen. Hach.

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