Donnerstag, 12. Januar 2012

Show me yours, I'll show you mine - Casiokids "Det Haster"

Casiokids - allein schon dieser Name!
Wir möchten uns gegenseitig Musikvideos ans Herz legen, in der Hoffnung, dass auch unsere Leser vielleicht das ein oder andere Musikvideo entdecken, das ihnen gefällt und sie bis jetzt noch nicht kannten. Denn oft ist es ja so, dass die mitreißendsten Lobeshymnen für ein Musikvideo entstehen, wenn man jemand anderem näher darlegen möchte, warum gerade dieses Video so wundervoll ist. 

Beim letzten Mal empfahl mir Christian das Video zu "Bombay" von El Guincho.


Lieber Christian,

zuerst einmal möchte ich sagen: ich habe wohl genau so wenig vom Text verstanden, wie du. Nichtsdestotrotz fand ich das Video sehr großartig - das Lied hingegen wurde immer ein wenig langweiliger. Vielleicht erscheint das auch nur so, weil im Video immer mehr passiert und das Gehirn versucht aufzuarbeiten, was es dort gerade sieht. Und vor lauter positiver Verwirrung vergisst es ganz, artig zuzuhören. Allerdings glaube ich, dass es auch ohne Video nicht allzu spannend wäre. Und dann möchte ich auch nochmal auf das Video von Doctorella zurückkommen: es verwirrte mich um Einiges mehr, als nun dieses, wie ich finde, spannende und irgendwie auch logische Video von El Guincho. Selbst der Anfang macht irgendwie Sinn: der junge Mann erklärt, wir würden nun durch einen Kosmos reisen. Dieser Kosmos spiegelt zugleich die Wirklichkeit, aber auch eine Traumwelt dar - und wie Recht er hat. Denn so wie ich das verstanden habe, hebt dieses Video alle gesellschaftlichen Konventionen auf, die man sich nur vorstellen kann. Es kämpft mit all dem, was von einem Menschen erwartet wird und zeigt ihn meist in der genau entgegengesetzten Situation - eben so, wie man es nicht erwartet. Und wer weiß denn schon, wie es hier eigentlich wirklich zugeht? Die Empfindung von Realität ist so subjektiv, wie sie nur sein kann und da gibt es nun einmal enorme Unterschiede. Und genau das zeigt das Video. Das wir Menschen nun einmal eben Menschen sind und dieses machen und jenes nicht. Oder auch genau anders herum. Aber dass man doch bitte versuchen soll, möglichst ohne Scheuklappen durch die Welt zu laufen. Denn es gibt so viel zu entdecken. Ach herrje, ich könnte jetzt jede einzelne Szene beschreiben und dir erklären, wie ich sie verstehe. Aber das ist ja eben das Subjektive, das ich eben meinte. Daher lasse ich es sein und verbleibe mit den Worten: den herzlichsten Dank für dieses Video. Es ist mir jetzt bereits ans Herz gewachsen. Und wenn ich kann, werde ich es einmal meinen Enkelkindern zeigen.

Nun möchte ich allerdings zu einem Video kommen, dass in eine ähnliche Kerbe schlägt, dass ich aber wiederum mal so gar nicht verstehe. Und es trotzdem (vielleicht gerade deswegen?) so faszinierend finde. Die norwegische Band Casiokids tritt also nun an, mit einem Video in dem es - ja um was geht es da, verdammt nochmal? Um Sekten die die Erde bevölkern und etwas mit Kuscheltieren zu tun haben? Das wäre ja eigentlich noch die netteste Variante, in der man sich Sekten vorstellen kann. Aber dann kommt dieses Video und beweist: falsch gedacht! Sekten sind und bleiben verdammt hirnrissige und verdammt gefährliche Gruppierungen. Ja, aber irgendwie gibt es diese Sekten ja am Ende des Videos gar nicht mehr. Oder doch? Und warum sind die Kuscheltiere überhaupt da? Symbolisieren sie unsere Vergangenheit? Das eigentlich doch Großartigste an diesem Video: das Ende erklärt dir nichts. Gar nie nix. Das soll jetzt keine Enttäuschung hervorrufen, da ich dir das Ende schon verraten habe. Irgendwie ist es von der ersten Minute klar, dass man als Zuschauer hier nicht bei der Hand genommen und durch eine schöne Geschichte mit rundem Ende geführt wird. Denn man denkt dann darüber nach. Und entwickelt die verrücktesten Theorien. Genau das ist unterhaltsam. Und intelligente Unterhaltung. Darüber hinaus: Die Band heißt Casiokids! Hallo?

P.S. Auch hier ist der Text, nun ja, nicht wichtig. Außer natürlich, du sprichst fließend Norwegisch!



Casiokids - Det Haster! from Kristoffer Borgli on Vimeo.

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