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Dienstag, 3. September 2013

Die Bundestagswahl aus der Musikperspektive, objektiv und überparteilich

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Die wiederkehrenden Wahlen, um Dr. Angela Merkel erneut im Amt der Staatsratsvorsitzenden zu bestätigen, stehen kurz vor der Tür. Die Tante Pop als führendes Leitmedium für Agitation und Propaganda muss hierzu ein paar Sätze sagen, ohne natürlich unseren eigentlichen Auftrag – die Musik – aus den Augen zu verlieren.

Verbrechen begangen an Noten und Akkorden sind ein leider häufig anzutreffendes Phänomen in der Wahlkampfzeit. Welche offiziell abgesegneten Werke haben uns dieses Mal die beiden großen (ich zähle die SPD nochmal mit viel Wohlwollen zu 'groß') anzubieten?











Die SPD: Zuhaus



Sauber produziert, auf Gefälligkeit getrimmt (die Zielgruppe soll wohl nicht mit Themen oder gar Problemen belästigt werden). Was uns das Lied sagen soll? Keine Ahnung. Was hat es mit der Partei zu tun? Oder überhaupt irgendeiner Partei? Im Grunde passt es mit seiner Null-Aussage ja gut zur SPD, einer Partei die nie irgendwas wagt (das Nein zum Irak-Krieg war das einzige an erkennbarem Rückgrat in diesem Jahrtausend, aber bei Afghanistan hat es auch schon wieder aufgehört).

Fazit: Durchaus passend. Keine Aussage, nirgends anecken. Keine Vision.


Die SPD hat noch einen inoffiziellen Knaller, nämlich den 'Harzer Septemberwind':



Bierzelt- und Fremdschämfaktor schon nahezu höchste Note, viel mehr ist kaum möglich. Mir gefällt vor allem das Wort 'Har(t)z' in einem Lied, in dem der SPD-Kandidat als 'Garant für ein sozialgerechtes Land' besungen wird. Die Pointe ist, wenn auch unfreiwillig, wirklich gut, das muss man ihm lassen.


Die CDU: An jedem neuen Tag



Es ist durchaus eine Kunst, das die Leute selbst bei dem offiziellen Wahlkampflied schon dermaßen nervenstark sein müssen. Unter sämtlichen möglichen Betrachtungsweisen ist dieses Machwerk grausam. Natürlich finden wir auch hier keinerlei Aussage. Das ist bei der Fokussierung auf unsere ewige Kanzlerin nicht verwunderlich. Aber, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass irgendjemand dieses Lied mit Freude anhört. Es wird schon Gründe haben warum die beteiligten Musiker offenkundig anonym bleiben wollen. Einzig der zottelige Produzent ist bekannt, und hat den ganzen Murks zu verantworten. Liebe 'Musiker', selbst wenn man euch viel Geld dafür gezahlt hat, und es muss viel gewesen sein – das Internet wird euch diese schreckliche Sünde nie vergeben. Sollte ich jemals einem von euch persönlich begegnen werde ich ihn anhaltend dafür auslachen.


Bonus: Die Junge Union ist unsere Mission



Zugegeben, das ist nicht ganz frisch, aber es ist und bleibt die Messlatte für jeden Schund, der im Namen des Wahlkampfes verbrochen wird.



Spaßpartei FDP



Ihnen haben The Incredible Herrengedeck vor einiger Zeit ein wirklich gutes, ehrliches Lied geschrieben. Eingängig, mit allen wichtigen Botschaften. So muss das sein! Na schön, die Partei mag das Lied wohl weniger, aber was geht die das an...


Die Piraten



Reich an Botschaften, musikalisch, ähm...true. Und der Spuk ist nach wenigen Sekunden vorbei und überdehnt somit nicht die Aufmerksamkeitsspanne der Klientel. Das Werk gewinnt durchaus einige Sympathiepunkte, inbesondere der Einsatz einer Maultrommel. Im Video kommen sogar für wenige Sekunden zwei Frauen vor, für Piratenverhältnisse ist das schon eine beachtliche Quote.



Den restlichen Parteien muss mangels eigenem präsentierbaren Schaffen jeweils eine Wahlkampfhymne von uns zugewiesen werden.


Die Linke



Wenn Mitglieder der Linkspartei etwas nicht haben, dann Humor und Rhythmusgefühl. Deswegen scheint es nichts Verwertbares aus eigener Schaffe zu geben. Das macht garnichts, ich hätte tausende Ideen für Parteihymnen.
Die Linken können wohl nicht viel mit den Goldenen Zitronen anfangen, und andersrum. Darum führe ich hiermit beide gegen ihren Willen zusammen und bestimme 'Wenn ich ein Turnschuh wär' zur Wahlkampfhymne.


Die Grünen



Sie fallen eher dadurch auf ständig mit dem Finger auf die bösen anderen zu zeigen. Sowas finde ich per se schon einmal unsympathisch. Die programmatischen Visionen bestehen gefühlt auch nur aus Flickschusterei an bestehenden Verhältnissen, und sollte man es in die Regierung schaffen ist das eh wieder vergessen (siehe 1998-2005, ist ja auch dieses Mal im Großen und Ganzen dasselbe Personal wie damals). Ich halte es darüber hinaus durchaus für möglich dass Angela Merkel aus Machtkalkül von den Grünen zur Kanzlerin gewählt wird, denn Grüne und Merkel passen viel besser zueinander als viele das wahrhaben möchten. Und weil grade von Claudia Roth immer ihre Zeit mit den Scherben bemüht wird, bemühe ich mal Rio Reiser und bestimme hiermit 'Nicht nochmal' zum Mottosong für den Wahlkampf.



Gewinnerin ist, wie sollte es anders sein, die Partei DIE PARTEI. Ihre zeitlose Hymne, dargeboten in zeitgemäßem Gewand. Sie ist außerdem besser als das Metal-Ding der Piraten, weil sie Schminke und schicke Anzüge haben – und das Lied ist länger!




Man kann also ganz objektiv festhalten, die Partei DIE PARTEI hat nicht nur die intelligentesten, sondern auch die musikalischsten Mitglieder, und muss somit von allen Menschen gewählt werden. Wir werden das dank NSA-Datenbankzugang kontrollieren und gegebenenfalls WählerInnen anderer Parteien (insbesondere FDP) an den Pranger stellen, auslachen und ihre eigenen furchtbaren Werke in Dauerrotation vorspielen.  Dagegen ist die Metallica-Folter in Guantanamo der reinste Kindergeburtstag. Wählt die Partei DIE PARTEI, denn sie ist sehr gut!



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