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Samstag, 18. Juni 2011

Kante und Antigone

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Sophokles
Eine ungewöhnliche Kombination ist seit Anfang Februar regelmäßig in der Schaubühne zu Berlin zu bewundern. Das höchst klassische Stück Antigone von Sophokles wird aufgeführt, allerdings spielt die Band Kante eine tragende Rolle und überrascht mehrmals.

Zum Inhalt des Stückes will ich mich hier nicht auslassen - für eine korrekte Wiedergabe müsste ich selbst nochmal nachgooglen, und das kann ja jeder für sich machen.

Was passiert? Man kommt in den Saal und sieht keinerlei Dekoration, sondern nur eine kahle Bühne und ein bewegliches Podest, auf dem die Instrumente über die ganze Bühnenbreite nebeneinander aufgebaut sind. Band und zwei Schauspieler betreten die Bühne (wobei das für den Unwissenden nicht auseinander zu halten ist), und Sänger Peter Theisen leitet eine Therapiesitzung, in der die Antigone-Handlung nebenbei sehr gut verständlich erläutert wird. Nach dieser längeren Einleitung sind die Übergänge rabiat. 

Die beiden Schauspieler bestreiten sämtliche tragende Rollen alleine, glänzen durch bewundernswerte Sportlichkeit und fallen sehr positiv durch die überbordende Nutzung von Glitzer auf. Zwischendurch spielt die Band sehr gekonnt und schlagwerkdominiert einige Lieder, die eins zu eins den Originaltext (also natürlich nicht den Originaltext, sondern die deutsche Übersetzung von Hölderlin) beinhalten.

Alles in allem hat mir diese Version sehr gefallen, offensichtlich im Gegensatz zum gros des Publikums. Besonders überraschte mich die Eingebundenheit der Band und ihr respektables schauspielerisches Können.
Bei der verhaltenen Publikumsreaktion steht zu befürchten, dass das Stück in der Form nicht mehr allzu lange zu bestaunen ist. Falls es nochmal Termine gibt, sollte die Chance ergriffen werden!

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