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Donnerstag, 5. November 2015

Xania - All Alone Together

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Ja, auch wir frönen ab und an der Rapmusik. Und in seltenen Fällen erwägen wir sogar gänzlich elektronisch erzeugte Laute als Musik zu bezeichnen. Sollte beides zusammentreffen, ist es wohl wieder an der Zeit für die Vorstellung eines Albums von Xania.

Im Jahr 2013 veröffentlichte die Rapperin und Stepperin, auch bekannt als eine Hälfte der in Berlin von 2006 bis 2012 äußerst umtriebigen Band Trike, ihr erstes Soloalbum – wir berichteten. Es folgt nun, und das mag nicht sehr überraschen, Album Nummer zwei.

All Alone Together besticht mit 10 Liedern (und 2 halben Liedern), die charakterlich zwar schon im Club (oder sagen wir mal in einer fancy Location mit fancy Publikum) zu Hause sein wollen, aber zudröhnen mit fragwürdigen Substanzen ist nicht erlaubt, denn ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit für die Inhalte fordern sie ein. Ein spätkapitalistischer Clubhit könnte 'I'm Broke' sein. Es beatboxt schon sehr kreativ am Anfang, das hat einen spitzen Wiedererkennungswert nach spätestens ca. 0,5 Sekunden.



Die Beziehungsabgründe im Allgemeinen und im Speziellen werden freilich ausufernd beackert. Hier wäre als schönes Beispiel 'You Don't Want To' anzuführen. Besonders charmant ist das eingebaute Cheap Trick Zitat 'I want you to want me' - damit wären die Fronten geklärt. Es kommt, wie auch schon nicht so überraschenderweise in 'Dance With The Robot', ein robottiger Stimmeneffekt zum Einsatz, was dem Album eine zu der ganzen elektronischen Instrumentierung zusätzliche Kälte in der Musik hinzufügt. Die Texte bemühen sich hingegen durchaus um wärmere Töne, wie in 'Put Your Arms Around Me Like Your Lover Should', auch wenn es an dieser Stelle ebenfalls wieder in die Abgründigkeit abdriftet, und dann ins Spanische.

Um die Albummitte herum befindet sich ein Lied namens 'Gotham City'. Diese vertonte Tagträumerei ist recht interessant und vor allem facettenreich arrangiert, das gefällt uns natürlich besonders. Und weil wir tief in unseren Herzen doch letztendlich den ganz echten Instrumenten die Treue halten, ist der Favorit schnell auszumachen: 'Follow Me' hat eine schöne Basslinie und bleibt ziemlich lange im Ohr, und es stellt sich auf dem Albun so ein bisschen ein Architecture in Helsinki-Gefühl ein.

Als Bonus ist auf dem Album am Ende übrigens ein ganz patenter Partytrack versteckt.

Das Werk ist allen empfohlen, die nicht vor Hip Hop und Elektronik zurückschrecken. Ja, ok, das sind die meisten, aber wir sind halt ziemlich oldschool. Manchmal tut es uns auch gut über den eigenen begrenzten Musikhorizont zu schauen. Xanias zweites Album All Alone Together ist jedenfalls empfehlenswert, auch wenn hier nicht die Expert*innen sprechen.


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