Tante Pop

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Die Abenteuer der Tante Pop 2011-2016. Powered by Blogger.

Mittwoch, 31. Dezember 2014

Der Was-wir-doch-eigentlich-noch-gerne-gesagt-hätten-Jahresrückblick

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2014 war sehr gut zu mir (Christian) – rückblickend gab es deutlich mehr positive Begebenheiten als unschöne Erlebnisse. Die Tante Pop konnte nicht mehr unsere ungeteilte Aufmerksamkeit der letzten Jahre bekommen, was schon an der Anzahl der Beiträge zu erkennen ist. Was wir allerdings veröffentlicht haben, kann sich sicher sehen lassen. Die Kolumne Musik & Nebenwirkungen gab es in sieben Ausgaben, mit allerlei unterschiedlichen Themen, die schon lange einmal abgehandelt werden sollten. Einige Beiträge sind nicht fertig geworden, beispielsweise einer über Depressionen in der Musik oder ein Beitrag über die Bedudelung im Einzelhandel. 

Wir hatten dieses Jahr ein kleines Interviewprojekt mit einer sehr interessanten Idee (nicht ganz neu, aber umso liebenswerter) in Planung, haben es aber letztendlich (noch) nicht umgesetzt. Es sind meistens nicht gleich ganze Projekte, welche an Zeit und Geduld scheitern. Vor allem über besonders schöne Konzerte sollte berichtet werden, aber es schreibt sich sehr schwer über ein Konzerterlebnis. Schon die Albumbesprechung (Sorry Mutter, ihr hättet wirklich eine Lobhudelei verdient) ist tückisch und wird nicht immer fertig gestellt, doch Konzerte in Worte zu fassen erscheint ungleich schwieriger und oftmals unnötig. Und wenn man sich dann doch einmal unbedingt daran machen will, dieses eine Konzert zu beschreiben, um der Welt mitzuteilen, WIE grandios es war - dann fehlen die Worte. Dieses uralte Problem eben. Wenn man es dann aber doch einmal schafft, kann man es natürlich bei der Tante lesen. Auch haben wir noch zwei Interviews in der Hinterhand. Mit unglaublich tollen Bands. Aber die Zeit fehlte. Rumheulen möchten wir jetzt aber nicht. Eher - euch für's nächste Jahr ködern. 2015 wird (wieder mal) alles besser. Hoffe ich. (Rita)

Donnerstag, 25. Dezember 2014

Funkelnagelneu: "Lot's Wife" von Schwervon!

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Unsere Lieblings-Schrammel-Anti-Folkler Schwervon! haben vor einiger Zeit Stadtflucht begangen und New York gegen Einöde in Kansas eingetauscht. Trotzdem nehmen sie weiterhin wunderbare Platten auf, so auch das aktuelle Album Broken Teeth (unbedingt anhören). Das neueste selbst zusammengebastelte Musikvideo gehört allerdings noch zum ebenfalls empfehlenswerten Vorgängeralbum Courage (auch unbedingt anhören). Es zeigt die architektonisch verhunztesten Kirchen ihrer neuen Nachbarschaft, aber weil das schon sehr bald sehr langweilig wird, gibt es ab 1:20 Minuten wesentlich ästhetischere Bilder zu sehen. Wir finden, die Kombination ist gewagt, doch durchaus gelungen.


Mittwoch, 24. Dezember 2014

Klaus Miehling: Gewaltmusik - Musikgewalt. Populäre Musik und die Folgen

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Üblicherweise beschäftigen wir uns mit dem gesungenen Wort, aber an dieser Stelle machen wir eine seltene Ausnahme und nehmen uns das auf 623 Seiten (plus Anhang) gedruckte Wort vor.

Erschienen ist dieses Standardwerk des Pazifismus bereits 2006, und es wurde seitdem ausschweifend darüber berichtet, doch nach über acht Jahren der Internetschelten seitens gewaltbereiter U-Musikhörer*innen haben wir beschlossen es selbst in die Hand zu nehmen, um indoktrinierten Gewaltmusikhörern nicht auf den Leim zu gehen. Spätestens seit 'Mein Kampf' wissen wir alle – nur selbst lesen ist wirklich erhellend.

Schon im Vorwort wird klar, wie sehr wir die Augen vor dem Offensichtlichen verschließen. Es wird aufgedeckt, dass der Amokläufer in Erfurt im Jahr 2002 nicht nur Gewaltcomputerspiele spielte, sondern auch Gewaltmusik hörte - ein von den Mainstreammedien unter den Tisch gekehrter Umstand. Es handelt sich nicht um die normale Gebrauchsgewaltmusik, wie etwa The Beatles oder Simon & Garfunkel, sondern Bands wie Slipknot und System of a Down. Die Gewalt kann nicht auf einen Stil beschränkt werden, denn „sie [die Stile] appellieren an die niedersten Triebe und Instinkte in uns, sie führen zu Kriminalität und Gewalt, aber auch zu Leistungsverweigerung und Enthemmung“ (S.12). Da Gewaltmusik stilübergreifend in unsere Gehörgänge dringt, ob wir wollen oder nicht, hat Miehling ein paar praktische Kriterien entworfen woran wir schädliche Gewaltmusik erkennen. Besonders aggressiv machen Schlagzeug (Schläge, Schusswaffen, Explosionen), verzerrte Klänge (Krankheit, Schmerzen), sowie eine aggressive Singstimme. Achten müssen wir auch auf Betonungen gegen das Metrum, Synkopen, Dissonanzen, unsaubere Intonation und generell hohe Lautstärke (S.16).

Samstag, 20. Dezember 2014

Musik und Nebenwirkungen: Der unglückliche Typ im Plattenladen

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So geht Plattenladen! Die sind auch alle total glücklich. (aus 'High Fidelity')
Ab und an betrete ich einen bestimmten Plattenladen aus einem inneren Drang heraus, der weder mit dem Laden noch seinem Inhaber etwas zu tun hat, sondern mit guten Angeboten. Eigentlich gehe ich sogar trotz des Ladens und trotz des Inhabers dorthin. Der Laden ist das Gegenteil meiner Vorstellung eines idealen Plattenladens. Er ist hell, kühl, es läuft belangloses Gedudel, und ist generell denkbar uneinladend eingerichtet, sodass man schnell die Flucht ergreifen möchte. Nicht nur der Laden sagt – 'eigentlich wollen wir so jemanden wie dich hier nicht haben', sondern auch der Typ hinterm Computer sagt das nonverbal. 

Freitag, 19. Dezember 2014

Funkelnagelneu: "Sock Puppet" von Sticky Biscuits

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Im Juli erschien das Debutalbum The sad reasons people go into particle physics des sympathischen Duos aus Berlin (unser Höreindruck kann hier nachgelesen werden). Nun folgt ein Musikvideo zum Lied 'Sock Puppet', "an ode to an exgirlfriend and to five-fingered love". Die niedliche Umsetzung des Themas wäre nur noch durch die tatsächliche Mitwirkung von Helen Mirren treffender gewesen. Um das besungene und bebilderte Anliegen bei entsprechenden Gelegenheiten adäquat vermitteln zu können, ist es sicherlich vorteilhaft eine Handpuppe stets griffbereit bei sich zu führen, um die anfängliche Irritation mehr auf das plötzliche Auftauchen einer sprechenden Handpuppe umzulenken. Ob allerdings bei potentiellem Interesse das Ansinnen in Aktion umgesetzt werden kann, ist beim wohl dann andauernden Gedanken an die lustig sprechende Handpuppe eher fragwürdig.

Sämtliche an dieser Stelle naheliegende Zoten sparen wir uns und hoffen, zusammen mit 'The Loophole' aus dem letzten Jahr eine kleine jährliche Tante Pop-Tradition begründen zu können.



Donnerstag, 18. Dezember 2014

Video des Tages: "Wer hat schon Lust so zu leben?" von Mutter

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Wir wollten schon lange einige Worte zu Mutter verlieren. Ganz aktuell ist es das Album Text & Musik, welches immer noch unsere CD-Player belagert. Selbstverständlich ist es höchst empfehlenswert, also kauft. Das Stück 'Wer hat schon Lust so zu leben?' beschäftigt sich mit der Situation der Sinti und Roma in Deutschland, ein eher seltener Umstand in der hiesigen Kunstlandschaft. Diese beklemmende Beschreibung der Parallelwelten mag zwar ursprünglich auf eine bestimmte Gruppe Bezug nehmen, doch ist es die Fülle an Parallelwelten in der Gesellschaft und die mangelnde Empathie bei leider großen Teilen der Bevölkerung, die uns Mutter ins Bewusstsein rufen.